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Oberstdorf schnürt Investitionspaket für Ski-WM

Gemeinderat bringt millionenschweres Bauprogramm auf den Weg. Ab April geht es um die Zuschüsse. Ratsmitglieder üben Kritik und fordern eine Lösung für die Verkehrsprobleme des Ortes

WM-Langlauf Arena

Beschneite Langlaufloipen bis an den Ortsrand, ein barrierefreies Skisprungstadion und ein Fußgängerleitsystem – Rechtzeitig zur Nordischen Ski-Weltmeisterschaft 2021 will Oberstdorf seine Sportanlagen in neuem Glanz präsentieren. Jetzt brachten die Mitglieder des Marktgemeinderates mit 10:4 Stimmen ein millionenschweres Investitionsprogramm auf den Weg.

Welche Maßnahmen tatsächlich umgesetzt werden, soll noch geprüft und die Kosten ermittelt werden. Die Verwaltung muss bis zum Stichtag 10. April dem Fördergeber die Summe der für die WM notwendigen Investitionen nennen. Deswegen hat die Verwaltung mit den Skiverbänden DSV und FIS, dem Skiclub Oberstdorf und der Skisport- und Veranstaltungs GmbH eine Liste der Maßnahmen erarbeitet, die für die Sportgroßveranstaltung notwendig sind. „Der DSV steht hinter dieser Liste und gibt uns die Unterstützung bei den Fördergeldern “, sagte Bürgermeister Laurent Mies.

Mehrere Ratsmitglieder forderten, neben der Modernisierung der Sportanlagen auch die Infrastruktur zu verbessern. Rudolf Götzberger (FW) regte ein neues Verkehrskonzept für Oberstdorf an. „Es hat in den 90er Jahren eine Verkehrsverlagerung stattgefunden, die dringend überarbeitet werden muss“, sagte Götzberger in Bezug auf den Osten des Ortes. „Hier müssen wir zum Wohle aller Bürger dringend Maßnahmen in die Wege leiten.“

Vize-Bürgermeister Fritz Sehrwind (CSU) sprach von der „Vision“ einer unterirdischen Zu- und Abfahrt in den Kernort, um Oberstdorfs Straßen zu entlasten. Zudem fehle eine Tiefgarage im Zentrum. Ein solches Projekt gehöre nicht in den Bereich der Sportförderung, es gebe aber andere Möglichkeiten, erklärte Bürgermeister Mies: „Man hat auch anlässlich der WM Möglichkeiten, an andere Fördertöpfe zu kommen.“

Kritik gab es am Vorgehen der Verwaltung, dem Gemeinderat einen Beschluss vorzulegen, bevor die Investitionssumme feststeht. „Das ist ein Blind Date“, sagte Martin Rees (AO/FDP). „Der Gemeinderat beschließt etwas und hat keine Ahnung, was dabei herauskommt.“ In die gleiche Kerbe schlug auch Siegmund Rohrmoser (Grüne): „Ich will keinen Blanko-Beschluss.“

„Wir müssen uns jetzt auf den Weg machen“, entgegnete Bürgermeister Mies, der versprach, die Fraktionsführer über die Investitionssumme zu informieren, die dem Fördergeber mitgeteilt wird. So fand sich am Ende eine Mehrheit für das Bauprogramm Siegmund Rohrmoser weigerte sich, abzustimmen: „Das Konzept ist noch nicht entscheidungsreif.“

Text: (mig)/Allgäuer Anzeigeblatt 18.03.2017