Skiflug-Weltcup

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Schlierenzauer mit starken Prellungen

Stimmen von Trainern und Athleten zum zweiten Wettkampftag an der Heini-Klopfer Skiflugschanze

Andreas Wellinger

DSV-Bundestrainer Werner Schuster zum Flug von Andreas Wellinger: „Das war ein super Flug, er hat es ähnlich perfekt gemacht wie am Samstag. Er hat das alles sehr gut gemacht, er hatte ja auch gute Verhältnisse und hat es ziemlich gut durchgezogen. Er ist gesund, er hat Riesenerlebnisse gehabt, von dem her kann man nur gratulieren.“

Für die Wettkampfarithmetik ist es fast ein bisschen ungerecht. Die Regeln sagen ganz klar, dass man so eine Landung hart bestrafen muss. Bei 234 Metern hat er auch den Telemark gemacht, das geht aber bei 240 nicht, vor allem nicht aus der Höhe. Deswegen hat er auch so einen Rückstand auf Kraft. In der Summe aber überwiegt die Freude.“

ÖSV- Nationaltrainer Heinz Kuttin zum Flug von Stefan Kraft: „Beim Skifliegen geht es um Weiten. Gestern hat Stefan einen Supertag gehabt. Er hat zur Zeit das gewisse Etwas, wo er aus allem noch das gewisse Quäntchen rausholen kann. Ein bisschen Glück war auch dabei. Andreas hatte eine hohe Flugkurve und konnte keinen Telemark mehr setzen. Darauf entschied die Jury, den Anlauf zu verkürzen. Dem Stefan hat das Glück beschert. Die WM ist noch weit weg. Jetzt geht es erstmal nach Japan und Südkorea. Der Virus am Jahresanfang hat uns wirklich geschwächt. Stefan ist aktuell aber schon auf Rang 3 im Weltcup und da geht sicher noch was nach vorn.“

Zum Sturz von Gregor Schlierenzauer: „Wir bedanken uns für die ärztliche Hilfe, schnell und professionell. Bei Gregor ist nichts gebrochen oder gerissen. Allerdings hat er im Brustbereich und am Oberschenkel starke Prellungen. Er wird jetzt in den nächsten Tagen ruhig und sachlich darüber nachdenken, wie es weitergeht bis zur WM. Gregor ist ein wichtiger Baustein für uns alle.“

Stefan Kraft (Österreich), Sieger: „Das war ein perfektes Wochenende. Dass ich in einer solchen Skiflugform bin, habe ich nicht erwartet. Der erste Flug heute war mein bester an dem ganzen Wochenende. Ich habe oben gar nicht richtig gehört, ob Andreas 228 oder 238 Meter gesprungen ist. Und dann ging es eine Luke runter. Darum war an einen Rekord nicht mehr zu denken. Von der Absage haben wir beiden unten in der Athletenlounge gehört. Die Entscheidung war richtig, denn sonst hätte es eine Lukenschieberei gegeben und das Ganze wäre am Ende nicht fair gewesen“.

Andreas Wellinger (Deutschland), 2. Platz: „Ich bin total happy. Die Schanze macht richtig Spaß. Wenn man die fliegt, will man immer mehr. Ich hätte gern versucht, Stefan noch ein bisschen zu kitzeln. Das war ein extrem cooler Kampf auf hohem Niveau und ich denke, wir sind beide zufrieden. Er mit zwei Siegen, ich mit zwei Rekorden. Montags haben wir frei. Bei mir sieht das so aus: Ausschlafen und wenn die innere Uhr sagt „Aufstehen“, dann liegen bleiben“.

Zum Treffen mit Robert Lewandoski: „Als Bayern-Fans war es für mich und auch für Stefan extrem cool, diese Legende mal zu treffen. Und er war fasziniert von dem, was wir hier machen“.

Jurij Tepes (Slowenien), 3. Platz: „Der erste Flug heute war richtig gut. Das ist mein zweites Podium und das zweite Mal, dass ich vor den Prevc-Brüder bin. Mich macht es frei, das nicht ich im Fokus stehe. Am Freitag war ich ein wenig enttäuscht von der Schanze, die mehr eine Sprungschanze als eine Flugschanze ist. Auf alle Fälle eine neue Erfahrung. Jetzt geht es erstmal nach Asien. Vor der WM in Lahti gibt es noch vier Wettkämpfe in drei Wochen. Das ist im Skispringen viel Zeit und das Risiko ist groß, dass es da noch auf und ab geht.“