Großartige Atmosphäre mit über 1500 begeisterten Zuschauern herrschte im Oberstdorfer Kurpark zur offiziellen Eröffnungsfeier der FIS Skiflug WM. Stimmungsvoll eröffnete die Allgäuer Euregio Alphorngruppe Via Salina. Mit dem Rocky Song „Gonna Fly Now“ spielte die in ihrem typischen Rot gekleidete Marching Band Brass2Go sozusagen das Thema des Wochenendes. Die Fans jubelten und genossen die mitreißende Show, als die DC Dance Company zu „Beautiful People“ über die Bühne wirbelte, kam auch Bewegung in Zuschauermenge.
„Wer hat nicht schon einmal geträumt, zu fliegen“, fragte Dr. Franz Steinle, Ehrenpräsident des Deutschen Ski Verbandes DSV, und schwärmte, „beim Skifliegen wird dieser Traum Wirklichkeit. Die Athleten heben ab, lösen sich vom Hang und für einen kurzen, intensiven Augenblick scheint alles möglich. So leicht und elegant es dabei aussieht, diese Sekunden verlangen den Sportlern alles ab. Und genau das macht die Faszination des Skifliegens aus. Nervenkitzel trifft auf Präzision, Geschwindigkeit, Kontrolle und all das gebündelt in einem einzigen Flug. Jeder Sprung ist anders, jeder Flug erzählt seine eigene Geschichte und wir haben das Privileg, live dabei zu sein.“ Steinle dankte den zahlreichen Helfern und der Gemeinde und betonte: „Oberstdorf und das Allgäu sind einmal mehr das Zentrum der Skisprungwelt.“
Mit einem kurzen Rückblick auf die letzte Skiflug-WM 2018 im südlichsten Markt Deutschlands hieß Fritz Sehrwind, 2. Bürgermeister von Oberstdorf, Gäste und Skispringer willkommen und betonte: „Wir in Oberstdorf sind stolz, zu den wenigen Orten weltweit zu zählen, in denen Skifliegen überhaupt möglich ist.“ Sehrwind motivierte die Zuschauer: “Unterstützen Sie die mutigen Athleten mit Ihrer Fairness, Ihrem Applaus und Ihrer guten Stimmung. Verleihen Sie ihnen Flügel und machen Sie aus Fliegern Überflieger!“
Beifall und Jubel feuerten Maskottchen Nordi an, der vor den Teams mit ihren Fahnenträgern über den Laufsteg entlang der Fans auf die Bühne tanzte. Den Auftakt machte Markus Müller für das ÖSV-Team, gefolgt von Bulgarien, Kanada, Estland, Finnland, Frankreich und Italien. Richtig laut wurde der Jubel, als Ryoyu Kobayashi und Team Japan auftraten, gefolgt von Kasachstan, und dem gefeierten Team Polen mit ‚King‘ Kamil Stoch. Die Slowenen posierten gerade noch für das obligatorische Teamfoto mit Nordi, als der sichtlich gut gelaunte Simon Ammann die Schweizer Flagge schwenkend über den Catwalk tanzte. Seine Teamkollegen schlossen sich an und sorgten für Begeisterung. Nach der Türkei und der Ukraine wurde es dann richtig laut, denn Lokalmatador Karl Geiger marschierte mit Team Deutschland auf. Geiger strahlte, in der Qualifikation war es für ihn endlich mal wieder gut gelaufen.
Die Landrätin des Oberallgäus, Indra Baier-Müller, trug gemeinsam mit SC Oberstdorf-Präsident Georg Geiger, DSV-Sportdirektor Horst Hüttel und Tourismus-Chefin Petra Genster die Deutschlandflagge, die Skisprung-Legenden Sven Hannawald, Andy Widhölzl, Georg Späth und Espen Bredesen präsentierten die FIS-Flagge. In seiner Videobotschaft verglich FIS-Präsident Johan Eliasch die Athleten mit Zauberern: „Es ist eine Disziplin wie keine andere, in der Sport auf Magie trifft und das scheinbar Unmögliche möglich wird. Aber diese Gestalten in der Luft scheinen sich über die Gesetze der Physik hinwegzusetzen!“ Den unzähligen freiwilligen Helfern dankte Eliasch und lobte den Veranstalter: „Wir sind jetzt schon zum siebten Mal hier in Oberstdorf. Und es gibt einen Grund, warum wir immer wieder hierher zurückkommen. Es ist nicht nur der fantastische Veranstaltungsort, sondern auch die wunderbaren Menschen!“
