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am 02.02.2019

„Sieg oder Sarg“ – Eisenbichler riskiert viel und kommt auf Platz zwei

Flower Ceremony Samstag

Japaner Kobayashi schafft in Oberstdorf den zehnten Weltcup-Sieg der Saison – und seinen ersten auf einer Skiflug-Schanze

„Sieg oder Sarg“ – nach diesem Motto wollte Markus Eisenbichler im zweiten Durchgang beim zweiten Skiflugtag in Oberstdorf angreifen. Eine harte Ansage, aber nach seinem ersten Flug für den Siegsdorfer offenbar nötig, um sich voll motivieren zu können. Mit dem Sieg wurde es dann zwar nichts, aber unter dem Jubel von 17.500 Zuschauern an der Heini-Klopfer-Skiflugschanze holte sich der Deutsche wieder einmal den zweiten Rang hinter dem Japaner Ryoyu Kobayashi und dem Österreicher Stefan Kraft. Die drei an der Spitze hatten es ungeheuer spannend gemacht und auch Piotr Zyla (Polen), Philipp Aschenwald (Österreich) und der Vortagesssieger Timi Zajc (Slowenien) mischten nach dem ersten Durchgang noch mit um die Podestplätze, gingen am Ende aber leer aus.
Es war eine Zitterpartie um den Sieg, zu dem Markus Eisenbichler am Ende 0,5 Punkte oder etwa 40 Zentimeter fehlten. Im zweiten Durchgang entschied sich der Siegsdorfer für die volle Attacke, verzichtete nach dem Überfliegen der grünen Linie jedoch auf einen sauberen Telemark. Mit der Tagesbestweite von 237,5 Metern kratzte Eisenbichler sogar am 2018 bei der WM aufgestellten Schanzenrekord von Daniel Andre Tande, verpasste ihn aber um einen Meter.

Mit Flügen auf 224 und 234 Meter war am Ende der 22-jährige Japaner ganz vorn. Mit 427 Punkten reichte es hauchdünn vor Eisenbichler, der mit 219,5 und 237,5 Metern auf 426,5 Punkte kam. Für Stefan Kraft, der in Oberstdorf eigentlich schon ein Dauer-Abonnement auf Podestplätze hat, reichte es mit Weiten von 213 und 230 Metern (421,7 Punkte) für Rang drei.
Karl Geiger wurde 18., Richard Freitag flog auf Rang 20 und der Newcomer Martin Hamann landete auf Platz 30. Stefan Leyhe erreichte den Durchgang 2 ebenso wenig wie Constantin Schmid Andreas Wellinger konnte sich erst gar nicht für den Wettkampf qualifizieren.

am 02.02.2019

Stimmen nach dem zweiten Wettkampftag

Markus Eisenbichler im Auslauf

Kobayashi über seinen ersten Triumph beim Skifliegen - Eisenbichler verzichtet auf Telemark-Landung

Ryoyu Kobayashi (Japan, 1. Platz):
„Als ich die grüne Linie überflogen hatte, wusste ich schon, dass ich gesiegt habe. Aber erst der Blick in die Ergebnisliste zeigt mir, wie knapp es eigentlich war. Erst heute habe ich das Gefühl gehabt, mit dem Skifliegen gut klarzukommen. Fünf Flüge gestern, drei heute, das ist schon eine extrem Belastung. Ich merke, wie die Muskulatur in den Oberschenkeln fest wird. Wie es morgen geht, weiß ich nicht, aber ich möchte das Fliegen genießen.“

Markus Eisenbichler (TSV Siegsdorf, 2. Platz):
Im Auslauf: „Das war wirklich ein guter Tag heute. Ich bin echt zufrieden mit dem zweiten Platz, und das Gefühl hier runter zu fliegen ist unbeschreiblich. Das ist einfach ein geiler Hill, ich bin wirklich zufrieden.“

Bei der Pressekonferenz: „Sieg oder Sarg, das war für mich das Motto nach dem ersten Flug, wo ich doch was hab liegen lassen. Die volle Attacke ist oft gefährlich, aber ich habe gerade eine gute Form und vertraue mir. Ich hab mir noch überlegt, ob Telemark oder nicht und mich dann entschieden, einen souveränen Kachler zu machen. Es gibt kein geileres Gefühl, als auf so einer Schanze die letzten Meter herauszukitzeln. Heute früh war ich schon extrem platt. Die fünf Flüge von gestern stecken einem schon enorm in den Knochen. Ich habe schlecht geschlafen und bin heute ein paar Jahre älter aufgewacht. Vor Kobayashi ziehe ich den Hut, er hat gut performed. Aber ich war auch nicht schlecht und für morgen wünsche ich mir zwei lange Flüge und ein gutes Ergebnis.“

Stefan Kraft (Österreich, 3. Platz):
„Ich war schon gestern mit dem sechsten Platz nicht unzufrieden. Da war mein erster Sprung wirklich gut, der zweite war etwas schwierig. Es ist tatsächlich ein sehr enger Wettbewerb an diesem Wochenende, ein kleiner Fehler macht einen großen Unterschied. Daher bin ich sehr froh, immer an der Spitze zu sein.
Nun, zu Beginn der Saison hatte ich nur wenig Selbstvertrauen. Ich habe einfach zu viel nachgedacht. Ich hatte gehofft, jedes Wochenende besser zu werden, und daran habe ich gearbeitet. Jetzt mache ich einfach weiter und arbeite jedes Wochenende hart.
Ja, die fünf Sprünge gestern waren schon anstrengend: Ich habe dieses kleine Bier gestern mehr als sonst gespürt (lacht). Aber wir werden uns heute schon auch noch kleines Bier genehmigen und Elektrolyte zu uns nehmen – außerdem hat Clemens Aigner heute ja auch noch Geburtstag. Ehrlich gesagt waren die fünf Sprünge gestern etwas hart, die drei heute waren okay. Ich muss Kobayashi loben: Das hat er wirklich gut gemacht. Er hat gezeigt, dass er wieder in einer sensationellen Form und wirklich der Mann des Jahres ist.“

Bundestrainer Werner Schuster:
„Mir war schon im Vorfeld klar, dass es in diesem Jahr mit dem Skifliegen nicht einfach wird. Gestern allerdings ist es für die ganze Mannschaft einen Schritt nach vorn gegangen. Leider ist Andi Wellinger wieder in die gleiche Falle getappt . Nach seinem Auftritt gestern hat er am Erfolg geschnuppert und versucht, gleich wieder zwei Schritte nach vorn zu machen. Aber beim Skifliegen kassierst du bei kleinen Fehlern nicht nur ein paar Meter, sondern liegst gleich mal 20 oder 30 Meter hinten.
Markus Eisenbichler hat hier bisher acht gute Sprünge gehabt und es ist angenehm, wieder einen vorn drin zu haben. Für alle anderen gilt, sich morgen und über Lahti und Willingen vor der WM noch den letzten Punch zu holen.
Dass Stefan Leyhe sich nicht mal für den zweiten Durchgang qualifizieren konnte, ist unangenehm. Bei ihm sind die Ansprüche gestiegen und in der Quali hat er gemerkt, dass was geht. Und dann ist er in die gleiche Falle getappt wie Andi Wellinger. Da bist du dann schnell von Platz 11 auf Platz 35 zurück. Auch Dawid Kubacki ist es so gegangen. Ich freue mich, dass es Markus so gut geht. Bei ihm stimmt seit Monaten das Gesamtpaket und aufs Skifliegen hat er sich gefreut.
Die anderen, bei denen es nicht so gut geht, ist meine Empfehlung, in den Wettkämpfen in Lahti und Willingen weiterzumachen. Für die Weltmeisterschaft könnte es knapp werden, aber in der Einöde zu trainieren, bringt nichts. Das gilt für Andreas Wellinger ebenso wie für Richard Freitag.“

Karl Geiger (SC Oberstdorf, 18. Platz):
„Ich habe einfach leider einen groben Schnitzer gemacht, habe es aber auch gespürt. Man muss einfach sagen: Nicht jeder Tag ist gleich, und man kann nicht sagen, jetzt habe ich den Punkt geschafft und verdiene mir den nächsten oben drauf. Ich muss einfach Schritt für Schritt gehen, und da kann einem auch mal einen Schnitzer passieren. Das kann auch morgen passieren, aber natürlich hoffe ich das nicht.
So viele Zuschauer heute, das war wirklich cool. Hut ab, es war auch ein geiles Fliegen, es waren viele coole Sprünge dabei. Es hat richtig Spaß gemacht hier heute zu springen!
Jetzt gilt für mich das gleiche Programm wie gestern, heimgehen, ins Bett legen und ausruhen!“

Richard Freitag (SG Nickelhütte Aue, 20. Platz):
„Ich komme leider einfach nicht ganz rein. Bei mir ist es etwas mehr Skispringen, ein bisschen weit weg von da wo ich sein möchte. Auch wenn es schwer fällt, macht es Spaß dran zu bleiben und zu tüfteln, zu versuchen es zu verbessern. Natürlich bleibe ich dran und morgen ist ja auch noch ein Tag. Auf jeden Fall muss ich den Hut ziehen vor den Platzierten heute. Das haben die drei echt stark gemacht. Der Eisei, toll, gestern Dritter, heute Zweiter, mal gucken was morgen ist. Er hat es auf jeden Fall drauf. Das ist echt knapp gewesen.
Die Bedingungen waren heute gut, ziemlich fair und die Stimmung einfach großartig. In Oberstdorf ist es mit den vielen Zuschauern echt fein. Wenn man oben am Anlauf noch warten muss und noch ein zwei Springer lang die Stimmung unten genießen, das ist schon super!“

am 02.02.2019

Weihnachtsgeschenk eingelöst

Hanne Lingg mit Freunden

Hanne Lingg vom Organisationskomitee erfüllt kleinem Skiflugfan einen großen Wunsch

„Ganz toll ist es hier “ jubelt Gustav begeistert. Der Kleine ist ein leidenschaftlicher Skisprung-Fan und ist zum ersten Mal bei einem solch großen Wintersport-Event. Und das sogar bei einem Weltcup im Skifliegen. Mit seinen Eltern Andreas und Michaela hat er sich auf die weite Reise von Lage-Lippe nach Oberstdorf gemacht, um die besten deutschen Skispringer zu sehen. Den Traum, bei einem Wettkampf dabei zu sein, hat ihm Hanne Lingg erfüllt. Die „gute Seele“ aus dem OK-Büro hatte die Familie auf einer Donau-Kreuzfahrt kennen gelernt und für Gustav das „Christkindle“ gespielt. An Weihnachten lagen für ihn die Tickets unterm Baum.

am 02.02.2019

Wettkampf-Infos / Competition facts

Skifliegen Freitag 01.02.2019

Jünger war nur Innauer / Only Innauer was younger

Wettkampf-Infos

Timi Zajc (Slowenien) ist der zweitjüngste Sieger an der Heini-Klopfer- Skiflugschanze. Er war bei seinem Erfolg am gestrigen Freitag exakt 18 Jahre und 281 Tage alt. Jünger war nur Toni Innauer (Österreich), der 1976 mit 17 Jahren und 340 Tagen jubelte. Innauer verbesserte 1976 seinen eigenen Schanzenrekord von 174 auf 176 Meter. Zajc's Bestweite am gestrigen Freitag betrug 233,5 Meter. Es war der erste Skiflug-Wettbewerb in der Karriere des jungen Slowenen.

Der Schanzenrekord in Oberstdorf liegt bei 238,5 Meter - aufgestellt vom Norweger Daniel-André Tande im vergangenen Jahr bei der Skiflug-WM 2018.

Die Heini-Klopfer-Skiflug-Schanze wird in diesem Jahr 70 Jahre alt. Weil die deutschen Skispringer damals nach dem zweiten Weltkrieg von der FIS von allen internationalen Wettbewerben ausgeschlossen waren, entschloss sich der Namensgeber und Schanzenbauer Heini Klopfer zum Bau einer eigenen Skiflugschanze. 1949 begann er mit dem Bau im Stillachtal - Innerhalb nur weniger Monate entstand hier nach Planica/Slowenien die zweite Skiflug-Schanze der Welt. Im März 1950 wurde während der ersten Skiflugwoche in Oberstdorf während sechs Tagen hindurch geflogen. Über 200.000 Zuschauer kamen damals zu diesem Flug-Spektakel.

Competition Facts

Timi Zajc (Slovenia) is the second youngest winner at the Heini-Klopfer-Skiflying Hill. He was exactly 18 years and 281 days old in his success last Friday. Only Toni Innauer (Austria), who cheered in 1976 with 17 years and 340 days, was younger. In 1976, Innauer improved his own hill record from 174 to 176 meters. Zajc's best jump yesterday was 233.5 meters. It was the first ski flying competition in the career of the young Slovene.

The hill record in Oberstdorf is 238.5 meters - set up by the Norwegian Daniel-André Tande last year at the Ski Flying World Championships 2018.

The Heini-Klopfer-Ski-Flying-Hill will be 70 years old this year. Because the German ski jumpers were excluded from all international competitions by the FIS after World War II, ski jumper and architect Heini Klopfer decided to build a own ski flying hill for Germany. In 1949 he started building in Stillachtal - within only a few months, the second skiflying hill in the world (after Planica/Slowenia) was created here. In March 1950 during the first ski flying week in Oberstdorf the athletes were flying six days (!) long. Over 200,000 spectators came to this breathtaking event.

am 02.02.2019

Feuertaufe auf der Skiflugschanze

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Adrian Sell knackt auf Anhieb die 200-Meter-Marke und schwärmt vom coolen Jungfernflug

Eine echte Feuertaufe hatten Adrian Sell (20) und Tim Fuchs (21) an diesem Wochenende im Stillachtal zu bestehen. Zum allerersten Mal durften die beiden B-Kader-Athleten von der Flugschanze hinunter. „Die Schanze einfliegen“ war ihr Job – und den erledigte Adrian Sell gleich mal so gut, dass er die 200-Meter-Marke knackte und im dritten Versuch sogar auf 223 Metern segelte. „Respekt ja, aber Angst darfst du nicht haben“, sind sich die zwei am Tag nach ihren Jungfernflügen einig.

Noch ganz euphorisch waren die beiden Nachwuchssportler, die am Stützpunkt in Oberstdorf trainieren, am Tag danach von ihren Erfahrungen auf der imposanten Fluganlage. Adrian Sell, der 20-Jährige vom SV Meßstetten, erzählt von seiner extremen Anspannung vor dem ersten Flug. „Vom Gefühl her erschrickst du erstmal, wenn du die Kante siehst und dann schaust du nur noch in ein tiefes Loch“, beschreibt er seine Gefühle. Andererseits habe er den Absprung als viel leichter empfunden. „Du hast ja viel mehr Speed als auf einer Sprungschanze“, so Sell. Dass es gleich so weit gehen würde, hatte er dann doch nicht erwartet. Drei Flüge auf 208, 198 und 223 Meter waren seine stolze Bilanz. „Ich springe, seit ich 14 Jahre alt bin, aber das Gefühl habe ich noch nie erlebt“, schwärmt der 20-Jährige. Sicher habe er sich auch gedacht, ein Flug auf 230 Meter wäre noch cooler gewesen. Aber er weiß: „Genau wie auf der Sprungschanze darfst du hier nicht zu viel wollen, sonst verkrampfst du“.

Kollege Tim Fuchs (21) vom SC Degenfeld bestätigt die Eindrücke. Den Umstieg zur nächstgrößeren Schanze, den kennen sie ja inzwischen. „Aber hier ist alles doch noch viel krasser“, meint er mit Blick auf die Riesenanlage. In der Luft fühle man sich wie in Zeitlupe. Der 21-Jährige hatte es allerdings nicht über die 200 Meter geschafft und hadert ein wenig mit seiner Leistung. Im dritten und letzten Versuch, der ihn auf 194 Meter Weite brachte, hatte er ein gutes Gefühl. „Aber irgendwie ist mir unterwegs der Saft ausgegangen“, bedauert er. Der Blick bleibt jedoch nach vorn gerichtet. „Ich möchte hier schon noch herausfinden, wie weit es geht“. Den beiden Youngsters bleibt noch viel Zeit, das zu erkunden.

am 02.02.2019

Skifliegen läuft nach Plan

Skifliegen Freitag 01.02.2019

Schnee beeinträchtigt den Ablauf nicht

Wie geplant wird heute der zweite Weltcup im Skifliegen über die Bühne gehen. Das Wetter zeigt sich im Moment zwar noch nicht von seiner besten Seite. Der vorausgesagte leichte Schneefall aber wird den Ablauf nicht beeinträchtigen. Bei Temperaturen von maximal 3 bis 5 Grad Temperaturen sollte sich jedoch warm anziehen, wer sich auf den Weg macht zur Heini-Klopfer-Schanze macht.
Um 14.45 Uhr beginnt die Qualifikation, um 16 Uhr dann der 1. Wertungsdurchgang. Nur heute findet die Siegerehrung zudem um 19.30 Uhr im Nordic Park im Zentrum von Oberstdorf statt.

am 02.02.2019

Oberstdorfer Skiflugschanze – ein Meilenstein in Schusters Leben

Werner Schuster

An diesem Wochenende zum letzten Mal als deutscher Bundestrainer

Werner Schuster und die Heini-Klopfer-Skiflugschanze verbindet eine lange Geschichte. Die Anlage war für den 49-Jährigen, der aus dem Kleinwalsertal stammt, nach eigenem Bekunden „ ein Meilenstein“ in seinem Leben. Es hat ihn stets hierher zurück gebracht als Sportler und als Trainer, an diesem Wochenende zum letzten Mal als deutscher Bundestrainer.
Auf der Pressekonferenz zum Skiflug-Weltcup in Oberstdorf, auf der Schuster seinen Rücktritt als Bundestrainer des Deutschen Skiverbandes bekannt gab, plauderte er auch über seine prägenden Erinnerungen an die Skiflugschanze. Aufgewachsen ist Schuster in Hirschegg im Kleinwalsertal und somit einen Steinwurf entfernt von der Flugschanze. 1981 hatte Vater Willy (81) den damals Zwölfjährigen mitgenommen als Weitenmesser. „Damals standen wir bei der 120-Meter-Marke am Aufsprunghügel und haben Armin Kogler an uns vorbeifliegen sehen“, erinnert er sich. 1988 war der jungen Skispringer dann erstmals selber dabei. Als Siebenter gelang ihm damals sein größter sportlicher Erfolg im Skifliegen.
Vier Jahre später folgte der nächste Meilenstein. Beim Skifliegen in Oberstdorf , bei dem übrigens mit Werner Rathmayr, Andreas Felder und Andreas Goldberger gleich drei Österreicher auf dem Podest standen, stürzte der Teamkollegen im Auslauf und zog sich einen Kreuzbandriss zu. Darauf folgte eine lange Genesungs-Pause und letztlich 1995 der Rücktritt als aktiver Sportler.
2008 brachte Oberstdorf dann erneut eine Wende. Nach den großen Erfolgen von Hannawald und Schmitt seien die Deutschen bei der Weltmeisterschaft nur noch hinterher geflogen. Der sportliche Leiter für Nordischen Kombination und Skispringen, Horst Hüttel, hatte sich daraufhin auf die Suche nach einem neuen Bundestrainer gemacht und war auf Schuster , damals seit einem Jahr Coach der Schweizer Skispringer, gestoßen. Was darauf folgte, war eine elfjährige erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem DSV. „Einen Karriereplan habe ich damals nicht gehabt, aber mehr erreicht als gedacht“, so Schuster.

am 01.02.2019

Premieren-Sieg für den Slowenen Zajc beim Skifliegen

Siegerehrung Freitag, 01.02.2019 (Foto: Ralf Lienert)

Deutsche Fans bejubeln Rang drei für Markus Eisenbichler

Was für eine außergewöhnliche Erfolgsgeschichte. Der erst 18-jährige Slowene Timi Zajc ist nach Rang zwei am vergangenen Wochenende in Sapporo zwar mit breiter Brust nach Oberstdorf gekommen, aber eben auch mit einer gehörigen Portion Respekt. Denn noch nie ist der Shooting-Star im slowenischen Team vom Bakken einer Skiflug-Schanze abgehoben. Und doch stand Zajc nach zwei Trainings-, einem Qualifikations- und zwei Wertungsdurchgängen am Freitagabend als strahlender Sieger auf dem obersten Podest von Oberstdorf. Mit Flügen auf 220 und 233,5 Metern beendete Zajc die lange Durststrecke der Slowenen und sicherte seinem Heimatland den ersten Weltcup-Sieg seit März 2016 (Peter Prevc in Planica). Auf Rang zwei landete der Pole Dawid Kubacki (221,5/218), glücklicher Dritter wurde vor 5500 Zuschauern Markus Eisenbichler vom TSV Siegsdorf. „Wenn ich ehrlich bin, kann ich das noch gar nicht realisieren“, sagte Eisenbichler, der Wettkampf sei ganz schön turbulent verlaufen. Eisenbichler hatte – wie seine Kollegen auf dem Podest – im zweiten Durchgang ein nahezu ideales Windfenster erwischt. Nach 224,5 Metern im ersten Durchgang schob sich Eisenbichler mit einem stabilen Flug auf 222,5 Metern von Rang sieben auf Platz drei. Die beiden zur „Halbzeit“ führenden Polen Kamil Stoch und Piotr Zyla mussten sich nach starkem Rückenwind im Finaldurchgang mit den Rängen fünf und vier begnügen. Der deutsche Bundestrainer Werner Schuster war einen Tag nach seinem Rücktritt mehr als zufrieden. „Ich habe heute sehr viel Positives gesehen. Bei Eisei war zu merken, dass er mit viel Vorfreude in den Wettkampf gegangen ist. Jetzt gilt es, diese Leistungen am Wochenende zu bestätigen oder sogar noch zu verbessern.“

Das Abschneiden der weiteren DSV-Springer:
11. Stephan Leyhe (SC Willingen), 13. Andreas Wellinger (SC Ruhpolding), 16. Karl Geiger (SC Oberstdorf), 22. Richard Freitag (SG Nickelhütte-Aue). – nicht im Finale: 31. Constantin Schmid (WSV Oberaudorf)

Am Samstag geht es mit dem zweiten Weltcup weiter. Die Quali beginnt erneut um 14.45 Uhr, der erste Wertungsdurchgang um 16 Uhr. Für alle Veranstaltungen gibt es noch ausreichend Eintrittskarten. (twß)

am 01.02.2019

Stimmen nach dem 1. Weltcup-Tag

Timi Zajc

Podest-Platzierte, DSV-Adler und Bundestrainer Werner Schuster standen nach dem Wettkampf Rede und Antwort

Timi Zajc (Slowenien, 1. Platz): „Das war ein verrückter Tag: Mein Skiflug-Debüt, meine persönliche Bestweite und der Sieg. Das war eine großartige Erfahrung. Der erste Platz in Sapporo letztes Wochenende hat mir extra Motivation gegeben. Es waren heute für alle die gleich schwierigen Bedingungen. Es ist gut, dass die lange Durstrecke für unsere slowenische Mannschaft nun beendet ist. Das ist gut, aber wir müssen weiter hart trainieren und hoffen, dass es so weiter geht.“

David Kubacki (Polen, 2. Platz): „Natürlich kann ich zufrieden sein heute, aber ich weiß auch, dass ich immer noch etwas besser sein kann. Genau das ist mein Job, man muss immer daran arbeiten, jeden Tag noch etwas besser zu sein. Heute waren unsere Sprünge auf einem sehr guten Niveau und ich bin zufrieden mit meinem Job an der Schanze. Ich werde auf jeden Fall heute happy in mein Hotel zurückkehren. Ich bringe die Ergebnisse noch nicht in Zusammenhang mit der WM in Seefeld. Unser polnisches Team ist in sehr guter Form und wir sind immer noch vorne. Wir werden einfach das weiter machen, was wir ohnehin arbeiten.
Stefan Horngacher ist ein sehr guter Trainer, man kann das auch an dr Schanze und an unseren Ergebnissen sehen. Wir arbeiten sehr gut mit ihm zusammen. Natürlich können die Deutschen über ihn nachdenken, wir machen einen guten Job und deswegen hat er viele gute Gründe, bei uns zu bleiben.“

Markus Eisenbichler (TSV Siegsdorf, 3. Platz): „Das war ein turbulenter Wettkampf und ich hab‘ noch gar nicht überrissen, dass es hier so ausgeht. Der zweite Sprung war okay, aber noch kein Top-Niveau. Oberstdorf ist offenbar ein gutes Pflaster für mich. Skifliegen ist mein Traum und ich bin sehr zufrieden. Timi Zajc und ich haben das Windfenster gut ausnutzen können. Die nächsten Tage werde ich versuchen, so weiter zu machen. Man kann hier gut 240 Meter weit hupfen. Fünf Flüge an einem Tag – da bist du platt wie nach der Tournee, da weißt du anschließend nicht, was du denken sollst . Jetzt geh ich erstmal ins Hotel, ins Bett und ein bisschen erholen. Die Wochen nach der Tournee waren anstrengend. Es gab keine Zeit zum Durchschnaufen und das war für mich ein bisschen viel. Aber aufs Skifliegen bin ich geil, das lass ich nicht aus, auch wenn ich krank bin. Speziell mit Oberstdorf habe ich noch eine Rechnung offen. Bei der WM im letzten Jahr war ich schon ein bisschen enttäuscht, weil mich die Schanze hier einfach nicht hat tragen wollen.“

Stephan Leyhe (SC Willingen, 11. Platz): „Die ersten vier Versuche waren mehr Sprünge als Flüge. Deshalb bin ich glücklich, dass mir das heute passiert ist, und nicht erst am Sonntag am zweiten Durchgang. So habe ich noch sechs Flüge vor mir, auf denen ich aufbauen kann. Beim Fliegen muss der gesamte Rhythmus funktionieren, du darfst dir keine großen Fehler erlauben, nur kleine, die du in der Luft kompensieren kannst.
Sehr gut, dass Markus Dritter geworden ist. Das war keine Überraschung, ist unser bester Flieger, und das hat er heute gezeigt.
Von Werner Schuster haben wir es auch erst gestern erfahren, vor der Pressekonferenz hat er uns gesagt, dass wir die ersten sind, die es erfahren. Wir hatten noch nicht viel Zeit, mit heute fünf Flüge, das war sehr anstrengend, und wirklich darüber gesprochen haben wir noch nicht.“

Karl Geiger (SC Oberstdorf, 16.Platz): „Heute war ein guter Tag, die letzten Wochen waren alles andere als schön. Die Probedurchgänge waren richtig zäh, jetzt bin ich aber wirklich froh, dass der Schritt in die richtige Richtung gegangen ist. Es ist schwer zu sagen, was in den letzten Wochen passiert ist. Irgendwo hab ich da ein bisschen die Spur verloren. Ich habe zwar immer wieder versucht mich rein zu kämpfen, aber vielleicht ein bisschen zu fest. Vielleicht auch mit der falschen Idee, ich weiß es nicht, auf jeden Fall ist es ein Kampf. Mein Problem ist, dass beim Absprung nicht die ganze Energie ankommt, die kommen sollte. Dadurch fehlt mir das Drehmoment beim Sprung. Und so potenziert es sich halt.
Ich weiß, dass Werner Schuster zu 100 % die Saison mit uns noch fertig machen wird. Ich kann diesen Schritt komplett nachvollziehen. Er hat es jetzt elf Jahre gemacht, er hat Familie, und ist viel unterwegs. Ich glaube, ihm tut es gut, wenn er die Zeit bei sich zu Hause hat.“

Richard Freitag (SG Nickelhütte Aue, 22. Platz): „Für meinen eigenen Anspruch bin ich zu weit hinten, der letzte Sprung war wenigstens okay, und gib mir ein bisschen Mut. Es ist entscheidend überhaupt wieder reinzukommen und gerade zu fliegen. Ich muss zugeben, dass ich zur Zeit etwas verkrampft bin, und zu viel Korrektur im Sprung habe, dementsprechend fliege ich auch nicht richtig weit.
Ich wäre schon sehr gerne weiter gesponnen, die 230 kann man hier eigentlich recht schön fliegen. Das ist grundsätzlich, das, was hier geht."

Bundestrainer Werner Schuster
...über Marus Eisenbichler:
„Markus hat heute einen guten Flugtag absolviert, er war sehr stabil, vom Schanzentisch weg, bei allen fünf. Er war nicht komplett fehlerfrei aber alles in allem doch ziemlich gut und am Schluss sehr gut, da kamen ihm auch die Bedingungen zugute und wir können zufrieden sein. Das gute Resultat steht ihm auch heute zu und tut ihm gut und auch der Mannschaft. Ich hatte auch gestern mit ihm gesprochen, er hat sich wirklich riesig auf das Skifliegen gefreut, und so ist er heute auch gesprungen. Er musste kaum nachkorrigieren ein Flug war wieder andere. Jetzt ist es wichtig, sich gut vorzubereiten und morgen mit der gleichen Freude und der gleichen Entschlossenheit weiter zu machen. Dann kann er weiterhin diesem Flug Wochenende seinen Stempel aufsetzen.

...über Andreas Wellinger:
Auch Andy macht einen guten Eindruck und hat sich stark gesteigert. Bei ihm stimmt noch etwas nicht in der Absprungübergangsphase, aber er hat schon wieder Höhe, nur zu wenig Geschwindigkeit im letzten Flugteil."

...über Karl Geiger:
„Karl hat eine Riesen-Energieleistung gebracht, denn er kam ohne Selbstvertrauen hier her, damit muss man einfach leben.

...über Richard Freitag:
„Mal schauen, wie es für Richard Freitag läuft. Ich sehe ein paar Pfeile nach oben gehen, er ist noch ein wenig verkrampft und auf der Suche, ich hoffe er kann auch diese Extratage noch einmal nutzen. So müssen wir das ganze ein bisschen bescheidener angehen aber schon sehr zielstrebig versuchen, uns Tag für Tag zu verbessern."

...über die Mannschaft:
„Ich bin eigentlich zufrieden mit der Mannschaft, Sie haben sich alle gesteigert, mehr ist im Moment nicht zu machen.
Wenn wir Fliegen und Springen vergleichen, denke ich mir, wenn wir hier beim Fliegen gut sind, dann wird uns das auch zum Springen helfen. Die Grundtechnik vom Springen her haben wir gut drauf, wenn wir hier ein bisschen Selbstvertrauen kriegen, ist, dann sollte es uns in Lahti, Willingen und in Richtung WM helfen. Bis dahin ist jeder Flug wertvoll, und wir müssen es mit hoher Entschlossenheit und Freude angehen.
Meine gestrige Bekanntgabe sollte unabhängig und ohne Zusammenhang mit den Leistungen stehen. Die Sportler sind ja Profis, sie haben trainiert, egal ob ich jetzt hier bin oder nicht. Die wollen ja auch für sich selbst etwas herausholen. Ich glaube nach wie vor, dass es gut war, Klarheit zu schaffen, damit wir den Blick nach vorne richten können. Wenn man das heutige Ergebnis betrachtet, scheint es ja zunächst einmal nicht geschadet zu haben."

am 01.02.2019

Tickets noch für alle Wettkamptage zu haben

Skifliegen Oberstdorf

Drei Tage Skifliegen im Stillachtal für Kurzentschlossene

Lust auf mehr weckten an diesem Freitagmittag die ersten Trainingssprünge auf der Skiflugschanze im Stillachtal, die an diesem Wochenende mit drei Wettkämpfen die besten Skispringer der Welt nach Oberstdorf geführt hat. Schon gestern beim Einfliegen der Schanze zeigten die Nachwuchsathleten Tipp-Top-Versuche weit über die 200-Meter-Marke.

Auch vom Wetter her steht drei tollen Wettkampftagen nichts im Wege. Es ist wolkig mit Aussicht auf ein paar Schneeflocken. Die Heini-Klopfer-Schanze präsentiert sich im schönsten Winterkleid. Eine Traumkulisse ist also garantiert für alle Skiflugfans, die sich aufmachen, um die atemberaubende Flugshow der Weltelite zu erleben.

Und die beste Nachricht für die Fans: auch für Kurzentschlossene sind an allen Tagen noch ausreichend Tickets an den Tageskassen verfügbar.

11 bis 20 von 630123456789