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am 02.02.2019

Oberstdorfer Skiflugschanze – ein Meilenstein in Schusters Leben

Werner Schuster

An diesem Wochenende zum letzten Mal als deutscher Bundestrainer

Werner Schuster und die Heini-Klopfer-Skiflugschanze verbindet eine lange Geschichte. Die Anlage war für den 49-Jährigen, der aus dem Kleinwalsertal stammt, nach eigenem Bekunden „ ein Meilenstein“ in seinem Leben. Es hat ihn stets hierher zurück gebracht als Sportler und als Trainer, an diesem Wochenende zum letzten Mal als deutscher Bundestrainer.
Auf der Pressekonferenz zum Skiflug-Weltcup in Oberstdorf, auf der Schuster seinen Rücktritt als Bundestrainer des Deutschen Skiverbandes bekannt gab, plauderte er auch über seine prägenden Erinnerungen an die Skiflugschanze. Aufgewachsen ist Schuster in Hirschegg im Kleinwalsertal und somit einen Steinwurf entfernt von der Flugschanze. 1981 hatte Vater Willy (81) den damals Zwölfjährigen mitgenommen als Weitenmesser. „Damals standen wir bei der 120-Meter-Marke am Aufsprunghügel und haben Armin Kogler an uns vorbeifliegen sehen“, erinnert er sich. 1988 war der jungen Skispringer dann erstmals selber dabei. Als Siebenter gelang ihm damals sein größter sportlicher Erfolg im Skifliegen.
Vier Jahre später folgte der nächste Meilenstein. Beim Skifliegen in Oberstdorf , bei dem übrigens mit Werner Rathmayr, Andreas Felder und Andreas Goldberger gleich drei Österreicher auf dem Podest standen, stürzte der Teamkollegen im Auslauf und zog sich einen Kreuzbandriss zu. Darauf folgte eine lange Genesungs-Pause und letztlich 1995 der Rücktritt als aktiver Sportler.
2008 brachte Oberstdorf dann erneut eine Wende. Nach den großen Erfolgen von Hannawald und Schmitt seien die Deutschen bei der Weltmeisterschaft nur noch hinterher geflogen. Der sportliche Leiter für Nordischen Kombination und Skispringen, Horst Hüttel, hatte sich daraufhin auf die Suche nach einem neuen Bundestrainer gemacht und war auf Schuster , damals seit einem Jahr Coach der Schweizer Skispringer, gestoßen. Was darauf folgte, war eine elfjährige erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem DSV. „Einen Karriereplan habe ich damals nicht gehabt, aber mehr erreicht als gedacht“, so Schuster.

am 01.02.2019

Premieren-Sieg für den Slowenen Zajc beim Skifliegen

Siegerehrung Freitag, 01.02.2019 (Foto: Ralf Lienert)

Deutsche Fans bejubeln Rang drei für Markus Eisenbichler

Was für eine außergewöhnliche Erfolgsgeschichte. Der erst 18-jährige Slowene Timi Zajc ist nach Rang zwei am vergangenen Wochenende in Sapporo zwar mit breiter Brust nach Oberstdorf gekommen, aber eben auch mit einer gehörigen Portion Respekt. Denn noch nie ist der Shooting-Star im slowenischen Team vom Bakken einer Skiflug-Schanze abgehoben. Und doch stand Zajc nach zwei Trainings-, einem Qualifikations- und zwei Wertungsdurchgängen am Freitagabend als strahlender Sieger auf dem obersten Podest von Oberstdorf. Mit Flügen auf 220 und 233,5 Metern beendete Zajc die lange Durststrecke der Slowenen und sicherte seinem Heimatland den ersten Weltcup-Sieg seit März 2016 (Peter Prevc in Planica). Auf Rang zwei landete der Pole Dawid Kubacki (221,5/218), glücklicher Dritter wurde vor 5500 Zuschauern Markus Eisenbichler vom TSV Siegsdorf. „Wenn ich ehrlich bin, kann ich das noch gar nicht realisieren“, sagte Eisenbichler, der Wettkampf sei ganz schön turbulent verlaufen. Eisenbichler hatte – wie seine Kollegen auf dem Podest – im zweiten Durchgang ein nahezu ideales Windfenster erwischt. Nach 224,5 Metern im ersten Durchgang schob sich Eisenbichler mit einem stabilen Flug auf 222,5 Metern von Rang sieben auf Platz drei. Die beiden zur „Halbzeit“ führenden Polen Kamil Stoch und Piotr Zyla mussten sich nach starkem Rückenwind im Finaldurchgang mit den Rängen fünf und vier begnügen. Der deutsche Bundestrainer Werner Schuster war einen Tag nach seinem Rücktritt mehr als zufrieden. „Ich habe heute sehr viel Positives gesehen. Bei Eisei war zu merken, dass er mit viel Vorfreude in den Wettkampf gegangen ist. Jetzt gilt es, diese Leistungen am Wochenende zu bestätigen oder sogar noch zu verbessern.“

Das Abschneiden der weiteren DSV-Springer:
11. Stephan Leyhe (SC Willingen), 13. Andreas Wellinger (SC Ruhpolding), 16. Karl Geiger (SC Oberstdorf), 22. Richard Freitag (SG Nickelhütte-Aue). – nicht im Finale: 31. Constantin Schmid (WSV Oberaudorf)

Am Samstag geht es mit dem zweiten Weltcup weiter. Die Quali beginnt erneut um 14.45 Uhr, der erste Wertungsdurchgang um 16 Uhr. Für alle Veranstaltungen gibt es noch ausreichend Eintrittskarten. (twß)

am 01.02.2019

Stimmen nach dem 1. Weltcup-Tag

Timi Zajc

Podest-Platzierte, DSV-Adler und Bundestrainer Werner Schuster standen nach dem Wettkampf Rede und Antwort

Timi Zajc (Slowenien, 1. Platz): „Das war ein verrückter Tag: Mein Skiflug-Debüt, meine persönliche Bestweite und der Sieg. Das war eine großartige Erfahrung. Der erste Platz in Sapporo letztes Wochenende hat mir extra Motivation gegeben. Es waren heute für alle die gleich schwierigen Bedingungen. Es ist gut, dass die lange Durstrecke für unsere slowenische Mannschaft nun beendet ist. Das ist gut, aber wir müssen weiter hart trainieren und hoffen, dass es so weiter geht.“

David Kubacki (Polen, 2. Platz): „Natürlich kann ich zufrieden sein heute, aber ich weiß auch, dass ich immer noch etwas besser sein kann. Genau das ist mein Job, man muss immer daran arbeiten, jeden Tag noch etwas besser zu sein. Heute waren unsere Sprünge auf einem sehr guten Niveau und ich bin zufrieden mit meinem Job an der Schanze. Ich werde auf jeden Fall heute happy in mein Hotel zurückkehren. Ich bringe die Ergebnisse noch nicht in Zusammenhang mit der WM in Seefeld. Unser polnisches Team ist in sehr guter Form und wir sind immer noch vorne. Wir werden einfach das weiter machen, was wir ohnehin arbeiten.
Stefan Horngacher ist ein sehr guter Trainer, man kann das auch an dr Schanze und an unseren Ergebnissen sehen. Wir arbeiten sehr gut mit ihm zusammen. Natürlich können die Deutschen über ihn nachdenken, wir machen einen guten Job und deswegen hat er viele gute Gründe, bei uns zu bleiben.“

Markus Eisenbichler (TSV Siegsdorf, 3. Platz): „Das war ein turbulenter Wettkampf und ich hab‘ noch gar nicht überrissen, dass es hier so ausgeht. Der zweite Sprung war okay, aber noch kein Top-Niveau. Oberstdorf ist offenbar ein gutes Pflaster für mich. Skifliegen ist mein Traum und ich bin sehr zufrieden. Timi Zajc und ich haben das Windfenster gut ausnutzen können. Die nächsten Tage werde ich versuchen, so weiter zu machen. Man kann hier gut 240 Meter weit hupfen. Fünf Flüge an einem Tag – da bist du platt wie nach der Tournee, da weißt du anschließend nicht, was du denken sollst . Jetzt geh ich erstmal ins Hotel, ins Bett und ein bisschen erholen. Die Wochen nach der Tournee waren anstrengend. Es gab keine Zeit zum Durchschnaufen und das war für mich ein bisschen viel. Aber aufs Skifliegen bin ich geil, das lass ich nicht aus, auch wenn ich krank bin. Speziell mit Oberstdorf habe ich noch eine Rechnung offen. Bei der WM im letzten Jahr war ich schon ein bisschen enttäuscht, weil mich die Schanze hier einfach nicht hat tragen wollen.“

Stephan Leyhe (SC Willingen, 11. Platz): „Die ersten vier Versuche waren mehr Sprünge als Flüge. Deshalb bin ich glücklich, dass mir das heute passiert ist, und nicht erst am Sonntag am zweiten Durchgang. So habe ich noch sechs Flüge vor mir, auf denen ich aufbauen kann. Beim Fliegen muss der gesamte Rhythmus funktionieren, du darfst dir keine großen Fehler erlauben, nur kleine, die du in der Luft kompensieren kannst.
Sehr gut, dass Markus Dritter geworden ist. Das war keine Überraschung, ist unser bester Flieger, und das hat er heute gezeigt.
Von Werner Schuster haben wir es auch erst gestern erfahren, vor der Pressekonferenz hat er uns gesagt, dass wir die ersten sind, die es erfahren. Wir hatten noch nicht viel Zeit, mit heute fünf Flüge, das war sehr anstrengend, und wirklich darüber gesprochen haben wir noch nicht.“

Karl Geiger (SC Oberstdorf, 16.Platz): „Heute war ein guter Tag, die letzten Wochen waren alles andere als schön. Die Probedurchgänge waren richtig zäh, jetzt bin ich aber wirklich froh, dass der Schritt in die richtige Richtung gegangen ist. Es ist schwer zu sagen, was in den letzten Wochen passiert ist. Irgendwo hab ich da ein bisschen die Spur verloren. Ich habe zwar immer wieder versucht mich rein zu kämpfen, aber vielleicht ein bisschen zu fest. Vielleicht auch mit der falschen Idee, ich weiß es nicht, auf jeden Fall ist es ein Kampf. Mein Problem ist, dass beim Absprung nicht die ganze Energie ankommt, die kommen sollte. Dadurch fehlt mir das Drehmoment beim Sprung. Und so potenziert es sich halt.
Ich weiß, dass Werner Schuster zu 100 % die Saison mit uns noch fertig machen wird. Ich kann diesen Schritt komplett nachvollziehen. Er hat es jetzt elf Jahre gemacht, er hat Familie, und ist viel unterwegs. Ich glaube, ihm tut es gut, wenn er die Zeit bei sich zu Hause hat.“

Richard Freitag (SG Nickelhütte Aue, 22. Platz): „Für meinen eigenen Anspruch bin ich zu weit hinten, der letzte Sprung war wenigstens okay, und gib mir ein bisschen Mut. Es ist entscheidend überhaupt wieder reinzukommen und gerade zu fliegen. Ich muss zugeben, dass ich zur Zeit etwas verkrampft bin, und zu viel Korrektur im Sprung habe, dementsprechend fliege ich auch nicht richtig weit.
Ich wäre schon sehr gerne weiter gesponnen, die 230 kann man hier eigentlich recht schön fliegen. Das ist grundsätzlich, das, was hier geht."

Bundestrainer Werner Schuster
...über Marus Eisenbichler:
„Markus hat heute einen guten Flugtag absolviert, er war sehr stabil, vom Schanzentisch weg, bei allen fünf. Er war nicht komplett fehlerfrei aber alles in allem doch ziemlich gut und am Schluss sehr gut, da kamen ihm auch die Bedingungen zugute und wir können zufrieden sein. Das gute Resultat steht ihm auch heute zu und tut ihm gut und auch der Mannschaft. Ich hatte auch gestern mit ihm gesprochen, er hat sich wirklich riesig auf das Skifliegen gefreut, und so ist er heute auch gesprungen. Er musste kaum nachkorrigieren ein Flug war wieder andere. Jetzt ist es wichtig, sich gut vorzubereiten und morgen mit der gleichen Freude und der gleichen Entschlossenheit weiter zu machen. Dann kann er weiterhin diesem Flug Wochenende seinen Stempel aufsetzen.

...über Andreas Wellinger:
Auch Andy macht einen guten Eindruck und hat sich stark gesteigert. Bei ihm stimmt noch etwas nicht in der Absprungübergangsphase, aber er hat schon wieder Höhe, nur zu wenig Geschwindigkeit im letzten Flugteil."

...über Karl Geiger:
„Karl hat eine Riesen-Energieleistung gebracht, denn er kam ohne Selbstvertrauen hier her, damit muss man einfach leben.

...über Richard Freitag:
„Mal schauen, wie es für Richard Freitag läuft. Ich sehe ein paar Pfeile nach oben gehen, er ist noch ein wenig verkrampft und auf der Suche, ich hoffe er kann auch diese Extratage noch einmal nutzen. So müssen wir das ganze ein bisschen bescheidener angehen aber schon sehr zielstrebig versuchen, uns Tag für Tag zu verbessern."

...über die Mannschaft:
„Ich bin eigentlich zufrieden mit der Mannschaft, Sie haben sich alle gesteigert, mehr ist im Moment nicht zu machen.
Wenn wir Fliegen und Springen vergleichen, denke ich mir, wenn wir hier beim Fliegen gut sind, dann wird uns das auch zum Springen helfen. Die Grundtechnik vom Springen her haben wir gut drauf, wenn wir hier ein bisschen Selbstvertrauen kriegen, ist, dann sollte es uns in Lahti, Willingen und in Richtung WM helfen. Bis dahin ist jeder Flug wertvoll, und wir müssen es mit hoher Entschlossenheit und Freude angehen.
Meine gestrige Bekanntgabe sollte unabhängig und ohne Zusammenhang mit den Leistungen stehen. Die Sportler sind ja Profis, sie haben trainiert, egal ob ich jetzt hier bin oder nicht. Die wollen ja auch für sich selbst etwas herausholen. Ich glaube nach wie vor, dass es gut war, Klarheit zu schaffen, damit wir den Blick nach vorne richten können. Wenn man das heutige Ergebnis betrachtet, scheint es ja zunächst einmal nicht geschadet zu haben."

am 01.02.2019

Tickets noch für alle Wettkamptage zu haben

Skifliegen Oberstdorf

Drei Tage Skifliegen im Stillachtal für Kurzentschlossene

Lust auf mehr weckten an diesem Freitagmittag die ersten Trainingssprünge auf der Skiflugschanze im Stillachtal, die an diesem Wochenende mit drei Wettkämpfen die besten Skispringer der Welt nach Oberstdorf geführt hat. Schon gestern beim Einfliegen der Schanze zeigten die Nachwuchsathleten Tipp-Top-Versuche weit über die 200-Meter-Marke.

Auch vom Wetter her steht drei tollen Wettkampftagen nichts im Wege. Es ist wolkig mit Aussicht auf ein paar Schneeflocken. Die Heini-Klopfer-Schanze präsentiert sich im schönsten Winterkleid. Eine Traumkulisse ist also garantiert für alle Skiflugfans, die sich aufmachen, um die atemberaubende Flugshow der Weltelite zu erleben.

Und die beste Nachricht für die Fans: auch für Kurzentschlossene sind an allen Tagen noch ausreichend Tickets an den Tageskassen verfügbar.

am 01.02.2019

Acht Kieler Feuerwehrler helfen beim Skiflug-Weltcup

Kieler Feuerwehrler

Seit vierzehn Jahren unterstützen die Nordlichter die Oberstdorfer an der Heini-Klopfer-Skiflugschanze

Sie haben extra Urlaub genommen, sind fast 1000 Kilometer gefahren und übernachten völlig unkompliziert im „Einfachquartier“ auf Feldbetten im Funktionsgebäude an der Skisprungschanze. „Nur um den Schnee zu sehen und bei einem tollen Event zu helfen“, meinen die acht Männer aus dem hohen Norden schmunzelnd. Allesamt sind sie Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Kiel-Russee. Aus Schleswig-Holsteins Landeshauptstadt sind sie auch in diesem Jahr wieder zur Skiflugschanze gekommen, um im Ressort „Sicherheit“ bei der Einlasskontrolle auf den Stehplatztribünen zu helfen. Und das seit vielen Jahren schon. 2005 zur Nordischen Skiweltmeisterschaft wurden die ersten zarten Nord-Süd-Bande geknüpft. Ein Kollege von der Partner-Feuerwehr Kempten hatte damals gefragt, ob die Nordlichter beim Großevent mithelfen könnten. „Mit dem Versprechen auf viel Schnee, von dem wir ja da oben nicht allzu viel haben“, erzählt Jens Kock, der damals einer der Allgäu-Pioniere war. Auch Carsten, Günther, Wolfgang, Dennis, Hanjo, Helge und Henning sind inzwischen begeisterte „Wiederholungstäter“, wie sie sagen. Sie sind immer wieder beeindruckt von der großen Skifluganlage und die atemberaubenden Flüge, die sie von ihrem Posten auf den Tribünen miterleben können. „Skifliegen ist eine tolle Sache“, staunen sie auch heute noch, „wir haben da oben ja mit der Kieler Woche auch eine riesige Veranstaltung, aber dies hier ist noch einmal eine andere Nummer“, sind sie sich einig. Sie freuen sich immer wieder, wenn Zuschauer sie erstaunt fragen, woher sie denn kommen. Ihre norddeutsch eingefärbte Tonart ist hier im tiefsten Allgäu nicht zu überhören. „Dafür werden wir Fischköppe dann auch oft wie Exoten bewundert“, meint Günther Meier.
Die Allgäuer erleben die Kieler als gastfreundlich und offen, wenn sie einen erst einmal ins Herz geschlossen haben. Einer von ihnen ist Michael Ohmayer, bei dem die Kieler so etwas wie Rundum-Service genießen. „Michael ist unser Brötchendienst, sorgt sich um unsere Unterbringung und auch dafür, dass wir neben dem Sport auch etwas Kultur genießen“, erzählt Jens Kock weiter. In diesem Jahr haben sie sich den Besuch vom Nebelhorn und Breitachklamm vorgenommen, bevor sie am Dienstag mit dem Zug wieder Richtung Norden abreisen.
Ihre sportlichen Prognosen halten sie nordisch zurückhaltend. „Es sollte am besten euer Lokalmatador Karl Geiger sein“, hofft Wolfgang Wöhlk. Und während aus einer Ecke der vorsichtige Vorschlag kommt, der Österreicher Stefan Kraft könnte vielleicht den Sieg machen, ergänzt Günther Meier diplomatisch: „Der Beste soll gewinnen“.

am 31.01.2019

Werner Schuster macht nach elf Jahren Schluss

PK Werner Schuster und Horst Hüttel

Deutscher Bundestrainer verkündet vor dem Heimweltcup seinen Rücktritt zum Saisonende

Paukenschlag vor dem Skiflug-Wochenende in Oberstdorf: Skisprung-Bundestrainer Werner Schuster hat angekündigt, zum Saisonende nach elfjähriger Tätigkeit als Trainer beim Deutschen Skiverband aufzuhören. Der Österreicher wird seinen Vertrag, der zum 30. April dieses Jahres ausläuft, nicht verlängern. Dies teilte er bei einer Pressekonferenz im DSV-Teamhotel in Tiefenbach bei Oberstdorf mit.
Für ihn gehe eine hochintensive Zeit zu Ende, erklärte der 49-Jährige, der vor seiner Zeit als Bundestrainer neun Jahre im Nachwuchsbereich der Österreicher und ein Jahr als Schweizer Nationaltrainer tätig war ."Als ich damals anfing, habe ich keinen Karriereplan gehabt, aber mehr erreicht als gedacht ", so der gebürtige Kleinwalsertaler. Über 20 Jahre im Trainergeschäft – das war eine Zeit, für die die Familie einen hohen Tribut zahlen musste. „Ohne eine intakte Familie und eine starke Frau wäre all dies nicht möglich gewesen“, meinte Schuster.
Bereits während der Olympischen Spiele in Pyeongchang im letzten Jahr nach dem Einzelgold von Andreas Wellinger habe er für sich erste Überlegungen gehegt, den Trainerjob zu beenden. Es sei ihm klar geworden, dass „es bis Peking noch lange hin ist“. darum sei jetzt der richtige Zeitpunkt, eine intakte Mannschaft und intakte Strukturen zu übergeben.
Mit der Mitteilung zum jetzigen Zeitpunkt wolle er den Spekulationen um seine Person ein Ende setzen. Er wünsche sich, dass vor der Skiweltmeisterschaft in Seefeld Ruhe einkehre und die Athleten sich wieder auf ihren Sport konzentrieren könnten. „Drei Wochen vor der WM sollten wir endlich aus dem Rechtfertigungszwang herauskommen“, so Schuster.
Beim DSV geht damit eine Ära zu Ende. Über seine Zukunft hat der scheidenden Bundestrainer noch nicht entschieden. Drei Optionen gebe es. Zum einen würde der DSV ihn in einer anderen Funktion gerne behalten. Zum anderen gebe es auch die Möglichkeit, an seiner einstigen Wirkungsstäte, dem Skigymnasium Stams, weiter zu arbeiten. Schließlich könnte er sich aber auch vorstellen, ein Jahr Pause zu nehmen. „Ob ich für so ein Sabbatical den Mut und die Möglichkeiten habe, weiß ich aber noch nicht“, sagte Schuster.
Der Sportliche Leiter für Nordische Kombination und Skispringen, Horst Hüttel, betonte, dass Werner Schuster in den elf Jahren beim DSV große Spuren hinterlassen habe. Er respektiere die Entscheidung, hoffe aber, dass der Verband Schuster für Aufgaben im Nachwuchsbereich halten könne. „Dafür gibt es noch nicht ausgegorene Ideen“, so Hüttel.
Die Nachfolge für Werner Schuster sei noch nicht geklärt. „Der DSV ist sicher attraktiv genug für einen adäquaten Nachfolger. „Und da gibt es weltweit nicht viele“, so Hüttel. Olympiasieger Andi Wellinger versprach: „Wir akzeptieren Werners Entscheidung – und werden jetzt an der Schanze trotzdem voll durchziehen.“

am 30.01.2019

Damen Teamspringen im WM Programm von Seefeld

DSV Springerinnen werben für Teamspringen

Der Skisprung-Teambewerb der Damen wird in das Programm der FIS-Nordischen Ski-Weltmeisterschaften 2019 in Seefeld aufgenommen. Das hat der Internationale Skiverband (FIS) heute offiziell bekanntgegeben.

Die Aufnahme des Damen-Teamspringens in das Programm der Nordischen Ski-Weltmeisterschaften wurde vom FIS-Kongress im Jahr 2018 genehmigt. Allerdings hatten die Organisatoren zum damaligen Zeitpunkt nicht die Möglichkeiten den Team-Wettkampf in das WM-Programm aufzunehmen. Inzwischen sind aber an der Seefelder Schanze durch eine neue Infrastruktur die erforderlichen Kapazitäten vorhanden. Also wurde vom Österreichischen Skiverband kurzfristig die Aufnahme des Damen Skisprung-Teambewerbs in das Programm der in vier Wochen beginnenden Nordischen WM in Seefeld vorgeschlagen.

Nach einer gründlichen Prüfung, einschließlich der Tatsache, dass die Veranstaltung vom FIS-Kongress zur Aufnahme genehmigt wurde, unterstützte der FIS-Vorstand den Vorschlag und entschied, dass der Damen-Skisprung-Teambewerb für 2019 hinzugefügt werden kann. Der Wettbewerb findet am Dienstag, 26. Februar um 16.00 Uhr statt. Also zu jenem Zeitpunkt, an dem zuvor die Qualifikation für den Einzelwettbewerb der Damen geplant war. Diese Qualifikation findet nun vor dem Einzelwettbewerb am Mittwoch, dem 27. Februar statt.

Die Einbeziehung des Damen Teambewerbs in das WM-Programm erhöht die Gesamtzahl der Skisprung-Events auf sechs, wobei die Damen nun drei Medaillen-Events haben, den Einzelwettbewerb, das Mixed-Team-Springen und das neu hinzugefügte Teamspringen.

am 14.01.2019

Althaus ist die Beständigkeit in Person

22-jährige Springerin vom SC Oberstdorf verteidigt Führung im Gesamtweltcup

Im fernen Sapporo in Japan gab es Grund zur Freude. Skispringerin Katharina Althaus verteidigte bei zwei Weltcup-Springen auf der großen Okurayama Schanze in souveräner Manier ihre Weltcup-Führung. Beim ersten Wettkampf verpasste sie als Vierte zwar knapp das Podium, am zweiten Wettkampftag landete die 22-jährige aus Schöllang hinter Olympiasiegerin und Dauerrivalin Maren Lundby (24) aus Norwegen, die in Japan ihren ersten Weltcup-Sieg der Saison feierte, auf Rang zwei. „Ich freue mich riesig, dass ich wieder auf dem
Podest stehe und weiter das gelbe Trikot tragen darf“, sagte Althaus, die sich nun ebenso wie die Drittplatzierte Juliane Seyfarth (28) auf den bevorstehenden Team-Wettbewerb in Zao (Japan) freut. Die DSV-Frauen liegen im Nationencup klar vor Österreich und Norwegen.

Bundestrainer Andreas Bauer (Oberstdorf) lobte Althaus als „Beständigkeit in Person“ und verwies darauf, dass ihre schlechtesten Platzierungen bei sieben Starts in diesem Winter drei vierte Plätze waren. Drei Siege und eben der zweite Platz in Sapporo bescheren Althaus im Gesamtweltcup ein komfortables 92-Punkte-Polster auf Maren Lundby.

Text: Allgäuer Anzeigeblatt, 14.01.2019

am 14.01.2019

Erster Einzelsieg für Vinzenz Geiger

Geiger Vinzenz

Oberstdorfer Doppelerfolg beim Weltcup in Val di Fiemme

Vinzenz Geiger reckte die Faust in die Luft und klopfte sich auf die Brust. Der 21 Jahre alte Premierensieger konnte seinen ersten Einzelsieg bei den Nordischen Kombinierern zunächst gar nicht fassen, als er nach einem echten Kraftakt über zehn Kilometer über die Ziellinie schoss und seinen favorisierten Teamkollegen Johannes Rydzek schlug. „Das ist unglaublich. Ein Traum wird wahr“, jubelte Geiger, der zwar schon Olympia-Gold im Team einheimste, zuvor aber noch nie alleine auf der höchsten Stufe des Podests gestanden hatte.

Seine große Siegerehrung genoss Geiger andächtig, immer wieder huschte ihm ein verschmitztes Grinsen über das ganze Gesicht. Die Überlegenheit des Oberstdorfer Duos Geiger/Rydzek in Val di Fiemme erinnerte fast schon an die deutsche Dominanz vergangener Tage. In einer Vierergruppe diktierte das DSV-Duo so lange das Tempo, bis die Rivalen Akito Watabe aus Japan und der Österreicher Franz-Josef Rehrl nicht mehr mithalten konnten. Am Ende zeigte Youngster Geiger einen starken Antritt und hängte am letzten Anstieg auch den laufstarken Rydzek ab. „Es war ein super Rennen von uns. Wir haben sehr gut zusammengearbeitet. Es war sehr taktisch und mit einem Happy End für mich, das lief einfach perfekt“, jubelte Geiger.

Eine Woche vor dem prestigeträchtigen Triple im französischen Chaux-Neuve sind die deutschen Kombinierer wieder richtig gut in Schwung. Während sich Gelbträger Jarl Magnus Riiber in Seefeld bei einem Trainingskurs auf die nächsten Highlights vorbereitete und so Vorsprung im Gesamtklassement einbüßte, heimsten die Deutschen fleißig Podestplätze ein. Am ersten Wettkampftag hatte Rydzek gewonnen, im Teamsprint reichte es für Rydzek/Geiger zu Rang zwei. Eric Frenzel und Fabian Rießle belegten hier Rang drei.

Das Riesentalent Geiger, Siegläufer Rydzek und Frenzel, der am Schlusstag Fünfter wurde, machen auch Hoffnung auf DSV-Erfolge bei der WM in Seefeld, die in fünf Wochen beginnt. Bundestrainer Hermann Weinbuch bewertet das Niveau seiner Schützlinge positiv: „Wir sind ganz vorne dran an den Siegen. Wir sind auf einem Top-Niveau.“

Text: Allgäuer Anzeigeblatt, 14.01.2019

am 30.12.2018

Markus Eisenbichler macht "sein Ding“ am Schattenberg

DBE5866

Der Siegsdorfer holt sich den zweiten Platz und zeigt sich schwer gerührt angesichts der Superstimmung in der „vollen Hütte“ am Schattenberg

„Das ist der absolute Wahnsinn, diese volle Hütte, diese Stimmung, mir ist eher, als wenn ich gleich heulen müsste!“ Markus Eisenbichler kämpfte mit den Tränen, als er sichtlich gerührt seine Stimmung nach dem Auftaktspringen zur 67. Vierschanzentournee beschrieb. Er hatte in Oberstdorf vor 25.500 begeisterten Zuschauern für die deutsche Nationalmannschaft die Kastanien aus dem Feuer geholt, landete nur hauchdünne 0,4 Punkte hinter dem Sieger Ryoyu Kobayashi (JPN) sensationell auf dem zweiten Platz. Dritter wurde der Österreicher Stefan Kraft, der sich bereits bei der Qualifikation die Siegprämie über 5000 Euro gesichert hatte.
Das war ein spannendes Duell um den Sieg am Schattenberg.

Zwar war der 22- jährige Japaner als Favorit in die Tournee gegangen, aber wie immer hatte auch die 67. Auflage der Tournee schon zu Beginn ihre eigenen Gesetze. So ging es am Ende doch knapper aus, als es sich der führende Japaner nach dem ersten Durchgang erwartet hatte.

Mit Sprüngen auf 138,5 und 126, 5 Metern kam Kobayashi auf 282,3 Punkte und setzte sich damit vor Eisenbichler, der auf 133, 0 und 129,0 Meter (281,9 Punkte) kam. Stefan Kraft lag mit 131,0 und 134,5 Metern (280,5 Punkten) hinter dem Führungsduo.

Für die weiteren elf Deutschen, die sich für den Wettkampf qualifiziert hatten, lief es nicht ganz wie erwartet. Lokalmatador Karl Geiger, vielfach schon als Sieghoffnung für die Tournee eingeschätzt, musste sich auf seiner Heimschanze mit dem zwölften Platz begnügen. Auch Stephan Leyhe kam über einen 13. Platz nicht hinaus. Unter den besten 30 Springern landeten auch Richard Freitag, der Vorjahreszweite von Oberstdorf, auf Rang 16, David Siegel auf Platz 17, Pius Paschke als 21. und Constantin Schmid als 24. in der Rangliste.
Auslassen musste Andreas Wellinger, der über 114,0 Meter im K.O-Duell nicht hinauskam und dem Konkurrenten Naoko Nakamura den Vortritt lassen musste. Auch Severin Freund scheiterte schon im ersten Durchgang. Doch die beiden deutschen Springer waren nicht die einzigen, die enttäuscht weiterreisen nach Garmisch-Partenkirchen zum nächsten Etappenziel der Tournee. Auch die Norweger haderten mit ihrer Leistung. So blieben Anders Fannemel (33.) und Skiflug-Weltmeister Daniel-André Tande ebenso hinter den Erwartungen zurück wie der Vorjahressieger Kamil Stoch. Der polnische Grand-Slam-Gewinner der Tournee 17/18 wurde Achter. Sein Landmann Piotr Zyla musste sich mit dem sechsten Platz zufriedengeben

21 bis 30 von 634123456789