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am 02.02.2019

Stimmen nach dem zweiten Wettkampftag

Markus Eisenbichler im Auslauf

Kobayashi über seinen ersten Triumph beim Skifliegen - Eisenbichler verzichtet auf Telemark-Landung

Ryoyu Kobayashi (Japan, 1. Platz):
„Als ich die grüne Linie überflogen hatte, wusste ich schon, dass ich gesiegt habe. Aber erst der Blick in die Ergebnisliste zeigt mir, wie knapp es eigentlich war. Erst heute habe ich das Gefühl gehabt, mit dem Skifliegen gut klarzukommen. Fünf Flüge gestern, drei heute, das ist schon eine extrem Belastung. Ich merke, wie die Muskulatur in den Oberschenkeln fest wird. Wie es morgen geht, weiß ich nicht, aber ich möchte das Fliegen genießen.“

Markus Eisenbichler (TSV Siegsdorf, 2. Platz):
Im Auslauf: „Das war wirklich ein guter Tag heute. Ich bin echt zufrieden mit dem zweiten Platz, und das Gefühl hier runter zu fliegen ist unbeschreiblich. Das ist einfach ein geiler Hill, ich bin wirklich zufrieden.“

Bei der Pressekonferenz: „Sieg oder Sarg, das war für mich das Motto nach dem ersten Flug, wo ich doch was hab liegen lassen. Die volle Attacke ist oft gefährlich, aber ich habe gerade eine gute Form und vertraue mir. Ich hab mir noch überlegt, ob Telemark oder nicht und mich dann entschieden, einen souveränen Kachler zu machen. Es gibt kein geileres Gefühl, als auf so einer Schanze die letzten Meter herauszukitzeln. Heute früh war ich schon extrem platt. Die fünf Flüge von gestern stecken einem schon enorm in den Knochen. Ich habe schlecht geschlafen und bin heute ein paar Jahre älter aufgewacht. Vor Kobayashi ziehe ich den Hut, er hat gut performed. Aber ich war auch nicht schlecht und für morgen wünsche ich mir zwei lange Flüge und ein gutes Ergebnis.“

Stefan Kraft (Österreich, 3. Platz):
„Ich war schon gestern mit dem sechsten Platz nicht unzufrieden. Da war mein erster Sprung wirklich gut, der zweite war etwas schwierig. Es ist tatsächlich ein sehr enger Wettbewerb an diesem Wochenende, ein kleiner Fehler macht einen großen Unterschied. Daher bin ich sehr froh, immer an der Spitze zu sein.
Nun, zu Beginn der Saison hatte ich nur wenig Selbstvertrauen. Ich habe einfach zu viel nachgedacht. Ich hatte gehofft, jedes Wochenende besser zu werden, und daran habe ich gearbeitet. Jetzt mache ich einfach weiter und arbeite jedes Wochenende hart.
Ja, die fünf Sprünge gestern waren schon anstrengend: Ich habe dieses kleine Bier gestern mehr als sonst gespürt (lacht). Aber wir werden uns heute schon auch noch kleines Bier genehmigen und Elektrolyte zu uns nehmen – außerdem hat Clemens Aigner heute ja auch noch Geburtstag. Ehrlich gesagt waren die fünf Sprünge gestern etwas hart, die drei heute waren okay. Ich muss Kobayashi loben: Das hat er wirklich gut gemacht. Er hat gezeigt, dass er wieder in einer sensationellen Form und wirklich der Mann des Jahres ist.“

Bundestrainer Werner Schuster:
„Mir war schon im Vorfeld klar, dass es in diesem Jahr mit dem Skifliegen nicht einfach wird. Gestern allerdings ist es für die ganze Mannschaft einen Schritt nach vorn gegangen. Leider ist Andi Wellinger wieder in die gleiche Falle getappt . Nach seinem Auftritt gestern hat er am Erfolg geschnuppert und versucht, gleich wieder zwei Schritte nach vorn zu machen. Aber beim Skifliegen kassierst du bei kleinen Fehlern nicht nur ein paar Meter, sondern liegst gleich mal 20 oder 30 Meter hinten.
Markus Eisenbichler hat hier bisher acht gute Sprünge gehabt und es ist angenehm, wieder einen vorn drin zu haben. Für alle anderen gilt, sich morgen und über Lahti und Willingen vor der WM noch den letzten Punch zu holen.
Dass Stefan Leyhe sich nicht mal für den zweiten Durchgang qualifizieren konnte, ist unangenehm. Bei ihm sind die Ansprüche gestiegen und in der Quali hat er gemerkt, dass was geht. Und dann ist er in die gleiche Falle getappt wie Andi Wellinger. Da bist du dann schnell von Platz 11 auf Platz 35 zurück. Auch Dawid Kubacki ist es so gegangen. Ich freue mich, dass es Markus so gut geht. Bei ihm stimmt seit Monaten das Gesamtpaket und aufs Skifliegen hat er sich gefreut.
Die anderen, bei denen es nicht so gut geht, ist meine Empfehlung, in den Wettkämpfen in Lahti und Willingen weiterzumachen. Für die Weltmeisterschaft könnte es knapp werden, aber in der Einöde zu trainieren, bringt nichts. Das gilt für Andreas Wellinger ebenso wie für Richard Freitag.“

Karl Geiger (SC Oberstdorf, 18. Platz):
„Ich habe einfach leider einen groben Schnitzer gemacht, habe es aber auch gespürt. Man muss einfach sagen: Nicht jeder Tag ist gleich, und man kann nicht sagen, jetzt habe ich den Punkt geschafft und verdiene mir den nächsten oben drauf. Ich muss einfach Schritt für Schritt gehen, und da kann einem auch mal einen Schnitzer passieren. Das kann auch morgen passieren, aber natürlich hoffe ich das nicht.
So viele Zuschauer heute, das war wirklich cool. Hut ab, es war auch ein geiles Fliegen, es waren viele coole Sprünge dabei. Es hat richtig Spaß gemacht hier heute zu springen!
Jetzt gilt für mich das gleiche Programm wie gestern, heimgehen, ins Bett legen und ausruhen!“

Richard Freitag (SG Nickelhütte Aue, 20. Platz):
„Ich komme leider einfach nicht ganz rein. Bei mir ist es etwas mehr Skispringen, ein bisschen weit weg von da wo ich sein möchte. Auch wenn es schwer fällt, macht es Spaß dran zu bleiben und zu tüfteln, zu versuchen es zu verbessern. Natürlich bleibe ich dran und morgen ist ja auch noch ein Tag. Auf jeden Fall muss ich den Hut ziehen vor den Platzierten heute. Das haben die drei echt stark gemacht. Der Eisei, toll, gestern Dritter, heute Zweiter, mal gucken was morgen ist. Er hat es auf jeden Fall drauf. Das ist echt knapp gewesen.
Die Bedingungen waren heute gut, ziemlich fair und die Stimmung einfach großartig. In Oberstdorf ist es mit den vielen Zuschauern echt fein. Wenn man oben am Anlauf noch warten muss und noch ein zwei Springer lang die Stimmung unten genießen, das ist schon super!“