Aktuelles
am 01.02.2019

Stimmen nach dem 1. Weltcup-Tag

Timi Zajc

Podest-Platzierte, DSV-Adler und Bundestrainer Werner Schuster standen nach dem Wettkampf Rede und Antwort

Timi Zajc (Slowenien, 1. Platz): „Das war ein verrückter Tag: Mein Skiflug-Debüt, meine persönliche Bestweite und der Sieg. Das war eine großartige Erfahrung. Der erste Platz in Sapporo letztes Wochenende hat mir extra Motivation gegeben. Es waren heute für alle die gleich schwierigen Bedingungen. Es ist gut, dass die lange Durstrecke für unsere slowenische Mannschaft nun beendet ist. Das ist gut, aber wir müssen weiter hart trainieren und hoffen, dass es so weiter geht.“

David Kubacki (Polen, 2. Platz): „Natürlich kann ich zufrieden sein heute, aber ich weiß auch, dass ich immer noch etwas besser sein kann. Genau das ist mein Job, man muss immer daran arbeiten, jeden Tag noch etwas besser zu sein. Heute waren unsere Sprünge auf einem sehr guten Niveau und ich bin zufrieden mit meinem Job an der Schanze. Ich werde auf jeden Fall heute happy in mein Hotel zurückkehren. Ich bringe die Ergebnisse noch nicht in Zusammenhang mit der WM in Seefeld. Unser polnisches Team ist in sehr guter Form und wir sind immer noch vorne. Wir werden einfach das weiter machen, was wir ohnehin arbeiten.
Stefan Horngacher ist ein sehr guter Trainer, man kann das auch an dr Schanze und an unseren Ergebnissen sehen. Wir arbeiten sehr gut mit ihm zusammen. Natürlich können die Deutschen über ihn nachdenken, wir machen einen guten Job und deswegen hat er viele gute Gründe, bei uns zu bleiben.“

Markus Eisenbichler (TSV Siegsdorf, 3. Platz): „Das war ein turbulenter Wettkampf und ich hab‘ noch gar nicht überrissen, dass es hier so ausgeht. Der zweite Sprung war okay, aber noch kein Top-Niveau. Oberstdorf ist offenbar ein gutes Pflaster für mich. Skifliegen ist mein Traum und ich bin sehr zufrieden. Timi Zajc und ich haben das Windfenster gut ausnutzen können. Die nächsten Tage werde ich versuchen, so weiter zu machen. Man kann hier gut 240 Meter weit hupfen. Fünf Flüge an einem Tag – da bist du platt wie nach der Tournee, da weißt du anschließend nicht, was du denken sollst . Jetzt geh ich erstmal ins Hotel, ins Bett und ein bisschen erholen. Die Wochen nach der Tournee waren anstrengend. Es gab keine Zeit zum Durchschnaufen und das war für mich ein bisschen viel. Aber aufs Skifliegen bin ich geil, das lass ich nicht aus, auch wenn ich krank bin. Speziell mit Oberstdorf habe ich noch eine Rechnung offen. Bei der WM im letzten Jahr war ich schon ein bisschen enttäuscht, weil mich die Schanze hier einfach nicht hat tragen wollen.“

Stephan Leyhe (SC Willingen, 11. Platz): „Die ersten vier Versuche waren mehr Sprünge als Flüge. Deshalb bin ich glücklich, dass mir das heute passiert ist, und nicht erst am Sonntag am zweiten Durchgang. So habe ich noch sechs Flüge vor mir, auf denen ich aufbauen kann. Beim Fliegen muss der gesamte Rhythmus funktionieren, du darfst dir keine großen Fehler erlauben, nur kleine, die du in der Luft kompensieren kannst.
Sehr gut, dass Markus Dritter geworden ist. Das war keine Überraschung, ist unser bester Flieger, und das hat er heute gezeigt.
Von Werner Schuster haben wir es auch erst gestern erfahren, vor der Pressekonferenz hat er uns gesagt, dass wir die ersten sind, die es erfahren. Wir hatten noch nicht viel Zeit, mit heute fünf Flüge, das war sehr anstrengend, und wirklich darüber gesprochen haben wir noch nicht.“

Karl Geiger (SC Oberstdorf, 16.Platz): „Heute war ein guter Tag, die letzten Wochen waren alles andere als schön. Die Probedurchgänge waren richtig zäh, jetzt bin ich aber wirklich froh, dass der Schritt in die richtige Richtung gegangen ist. Es ist schwer zu sagen, was in den letzten Wochen passiert ist. Irgendwo hab ich da ein bisschen die Spur verloren. Ich habe zwar immer wieder versucht mich rein zu kämpfen, aber vielleicht ein bisschen zu fest. Vielleicht auch mit der falschen Idee, ich weiß es nicht, auf jeden Fall ist es ein Kampf. Mein Problem ist, dass beim Absprung nicht die ganze Energie ankommt, die kommen sollte. Dadurch fehlt mir das Drehmoment beim Sprung. Und so potenziert es sich halt.
Ich weiß, dass Werner Schuster zu 100 % die Saison mit uns noch fertig machen wird. Ich kann diesen Schritt komplett nachvollziehen. Er hat es jetzt elf Jahre gemacht, er hat Familie, und ist viel unterwegs. Ich glaube, ihm tut es gut, wenn er die Zeit bei sich zu Hause hat.“

Richard Freitag (SG Nickelhütte Aue, 22. Platz): „Für meinen eigenen Anspruch bin ich zu weit hinten, der letzte Sprung war wenigstens okay, und gib mir ein bisschen Mut. Es ist entscheidend überhaupt wieder reinzukommen und gerade zu fliegen. Ich muss zugeben, dass ich zur Zeit etwas verkrampft bin, und zu viel Korrektur im Sprung habe, dementsprechend fliege ich auch nicht richtig weit.
Ich wäre schon sehr gerne weiter gesponnen, die 230 kann man hier eigentlich recht schön fliegen. Das ist grundsätzlich, das, was hier geht."

Bundestrainer Werner Schuster
...über Marus Eisenbichler:
„Markus hat heute einen guten Flugtag absolviert, er war sehr stabil, vom Schanzentisch weg, bei allen fünf. Er war nicht komplett fehlerfrei aber alles in allem doch ziemlich gut und am Schluss sehr gut, da kamen ihm auch die Bedingungen zugute und wir können zufrieden sein. Das gute Resultat steht ihm auch heute zu und tut ihm gut und auch der Mannschaft. Ich hatte auch gestern mit ihm gesprochen, er hat sich wirklich riesig auf das Skifliegen gefreut, und so ist er heute auch gesprungen. Er musste kaum nachkorrigieren ein Flug war wieder andere. Jetzt ist es wichtig, sich gut vorzubereiten und morgen mit der gleichen Freude und der gleichen Entschlossenheit weiter zu machen. Dann kann er weiterhin diesem Flug Wochenende seinen Stempel aufsetzen.

...über Andreas Wellinger:
Auch Andy macht einen guten Eindruck und hat sich stark gesteigert. Bei ihm stimmt noch etwas nicht in der Absprungübergangsphase, aber er hat schon wieder Höhe, nur zu wenig Geschwindigkeit im letzten Flugteil."

...über Karl Geiger:
„Karl hat eine Riesen-Energieleistung gebracht, denn er kam ohne Selbstvertrauen hier her, damit muss man einfach leben.

...über Richard Freitag:
„Mal schauen, wie es für Richard Freitag läuft. Ich sehe ein paar Pfeile nach oben gehen, er ist noch ein wenig verkrampft und auf der Suche, ich hoffe er kann auch diese Extratage noch einmal nutzen. So müssen wir das ganze ein bisschen bescheidener angehen aber schon sehr zielstrebig versuchen, uns Tag für Tag zu verbessern."

...über die Mannschaft:
„Ich bin eigentlich zufrieden mit der Mannschaft, Sie haben sich alle gesteigert, mehr ist im Moment nicht zu machen.
Wenn wir Fliegen und Springen vergleichen, denke ich mir, wenn wir hier beim Fliegen gut sind, dann wird uns das auch zum Springen helfen. Die Grundtechnik vom Springen her haben wir gut drauf, wenn wir hier ein bisschen Selbstvertrauen kriegen, ist, dann sollte es uns in Lahti, Willingen und in Richtung WM helfen. Bis dahin ist jeder Flug wertvoll, und wir müssen es mit hoher Entschlossenheit und Freude angehen.
Meine gestrige Bekanntgabe sollte unabhängig und ohne Zusammenhang mit den Leistungen stehen. Die Sportler sind ja Profis, sie haben trainiert, egal ob ich jetzt hier bin oder nicht. Die wollen ja auch für sich selbst etwas herausholen. Ich glaube nach wie vor, dass es gut war, Klarheit zu schaffen, damit wir den Blick nach vorne richten können. Wenn man das heutige Ergebnis betrachtet, scheint es ja zunächst einmal nicht geschadet zu haben."