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am 16.01.2018

Richard Freitag: „Lassen es vier Tage krachen“

Freitag

Weltcup-Zweiter freut sich nach Verletzungspause auf sein Comeback in Oberstdorf. Auch Lokalmatador Karl Geiger ist vor dem Heimspiel hochmotiviert

Das freut die deutschen Skisprung-Fans: Rechtzeitig zum Start der Skiflug-WM in Oberstdorf meldet sich Top-Springer Richard Freitag nach überstandener Verletzung wieder zurück. Und der 26-jährige Sachse, der mittlerweile in Oberstdorf lebt, strahlt jede Menge Zuversicht aus: „Nachdem ich jetzt ein bisschen Zeit hatte, mit Physiotherapie meinen Sturz von Innsbruck aufzuarbeiten, bin ich guter Dinge, dass das Springen bei der Skiflug-WM wieder funktionieren wird“, sagte Freitag. Er sei zwar noch nicht hundertprozentig schmerzfrei, aber guter Dinge, dass es trotz alledem gut funktionieren werde. „Ich freue mich auf coole Skiflug-Tage, eine tolle Stimmung in Oberstdorf und natürlich darauf, wieder im Zirkus und beim Team zu sein. Dann lassen wir es mal vier Tage krachen."

Bundestrainer Werner Schuster, der eine Medaille als Ziel ausgegeben hat, und die Sportführung des Deutschen Skiverbandes haben fünf Athleten für die Skiflug-WM nominiert und damit auf einen sechsten Startplatz verzichtet. Zur Qualifikation am Donnerstag starten:

- Markus Eisenbichler (TSV Siegsdorf)
- Richard Freitag (SG Nickelhütte Aue)
- Karl Geiger (SC Oberstdorf)
- Stephan Leyhe (SC Willingen)
- Andreas Wellinger (SC Ruhpolding)

Weitere Stimmen:
Werner Schuster, Bundestrainer Herren
„Wir freuen uns sehr auf die Heim-WM und hoffen auf erfolgreiche Wettkämpfe. Es ist der zweite Saisonhöhepunkt nach der Vierschanzentournee. Und wir hoffen, dass der Veranstalter für seine Bemühungen, eine so große Schanze zu präparieren, belohnt wird.

Im letzten Jahr hat uns die Schanze gut gelegen. Wir haben gute Erinnerungen an die Wettkämpfe. Andreas Wellinger konnte dort einen neuen Schanzenrekord aufstellen und ist zweimal Zweiter geworden.
Unser Team ist stark, wir treten in Bestbesetzung an. Grundsätzlich sind wir in der Lage, im Einzel und mit der Mannschaft um Edelmetall zu kämpfen. Unser Ziel ist es, zumindest eine Medaille bei der Heim-WM zu gewinnen.

Richard Freitag ist zurück im Team und fühlt sich fit. Dennoch müssen wir nach der Pause abwarten, wie er wieder in die Wettkämpfe kommt. Dem Team tut es gut, dass wir in der derzeit absoluten Top-Besetzung antreten. Bei Richard ist derzeit von medizinischer Seite her alles ok. Wie sein aktuelles Flugvermögen aussieht, ist nach der zweiwöchigen Pause schwer abzuschätzen. Wir werden sehen, wie er ins Training und in die Sprünge reinkommt."

Markus Eisenbichler
„Ich freue mich extrem auf die WM. Sie ist für mich das Highlight des Jahres, weil sie zu Hause ist und ich Skifliegen einfach extrem gerne mag. Deshalb habe ich eigentlich nur mit dem Skispringen begonnen. Ich freue mich auf die Wettkämpfe, hoffe, dass die Bedingungen mitspielen, und dann werde ich mich anstrengen, vorne mit dabei zu sein. Im Vordergrund steht aber, dass ich die Tage und die Atmosphäre voll genieße.

Das Stadion wird sicher zum Bersten voll sein, es ist ausverkauft, und das ist einfach der Hammer. Genauso wie die Schanze, die haben sie echt gut umgebaut, und ich freue mich auf sie. Es ist meine zweite Skiflug-WM, allerdings habe ich in Harrachov doch eher nur reingeschnuppert. Dieses Mal will ich vorne mitspringen, das Fliegen genießen und im Einzel sowie mit dem Team voll angreifen. Ich kann es kaum erwarten, nach Oberstdorf zu fahren, los zu legen und den Fans entgegen zu fliegen!."

Karl Geiger
„Ich freue mich auf die Skiflug-WM. Es ist meine erste und dann auch noch zu Hause auf der Heini-Klopfer-Schanze, die ich damals nach dem Umbau einweihen durfte! Ich bin gespannt und voller Vorfreude! Auch wenn das erste Skiflug-Wochenende am Kulm nicht optimal verlief, bin ich motiviert und schaue, dass ich in Oberstdorf meine Sachen beinander habe."

Stephan Leyhe
„Oberstdorf ist meine zweite Skiflug-WM nach der am Kulm vor zwei Jahren. Ich freue mich riesig auf die Heim-WM. Die neue Heini-Klopfer-Schanze bin ich im letzte Jahr zum ersten Mal gesprungen. Das war ok, und ich fühle mich jetzt fit und bereit. Ich hoffe, dass ich jeden Flug genießen kann, und wir wollen natürlich das Maximale rausholen."

Andreas Wellinger
„Eine Heim-WM ist immer etwas ganz besonderes, und in der Regel erlebt man das als Sportler nicht oft. Von daher freue ich mich extrem darauf. Ich fahre motiviert und mit einem guten Gefühl nach Oberstdorf. Vor allem, da ich im letzten Jahr sehr schöne Erfahrungen auf der Schanze gemacht habe, mit dem Schanzenrekord und den zwei zweiten Plätzen. Ich hoffe, dass es coole und faire Wettkämpfe werden und das Wetter soweit mitspielt. Denn wir möchten den Fans natürlich weite Flüge und viel Spannung bieten." twß/Quelle: DSV

am 15.01.2018

ÖSV nominiert seinen WM-Kader

Stefan Kraft

Fünf Athleten aus Österreich bei der WM in Oberstdorf am Start. Auch der Doppelsieger der Vor-WM vergangenen Winter, Stefan Kraft, ist am Start.

Das Präsidium des Österreichischen Skiverbandes hat auf Vorschlag der sportlichen Leitung folgende fünf Athleten für die FIS Skiflug Weltmeisterschaft in Oberstdorf (GER | 18. bis 21. Januer 2018) nominiert:

  • Aigner Clemens
  • Altenburger Florian
  • Hayböck Michael
  • Kraft Stefan
  • Poppinger Manuel

Los geht es am Donnerstag mit der Qualifikation, bevor am Freitag und Samstag jeweils ab 16.00 Uhr die Einzelkonkurrenzen ausgetragen werden.
Am Sonntag folgt dann noch der Team-Bewerb.

am 15.01.2018

Mit Bus und Bahn zum Skifliegen nach Oberstdorf

Skifliegen 2017

Oberstdorf freut sich auf eine grandiose Flugshow mit den besten Skifliegern der Welt. Dazu werden von Donnerstag bis Sonntag, 18. bis 21. Januar, wieder jede Menge Besucher erwartet. Deshalb wirbt das Organisationskomitee, Gemeinde und Landratsamt dafür, Busse und Bahnen zu nutzen, um möglichst bequem und stressfrei zum Skifliegen nach Oberstdorf zu kommen.

Oberstdorf freut sich auf eine grandiose Flugshow mit den besten Skifliegern der Welt. Dazu werden von Donnerstag bis Sonntag, 18 bis 21. Januar, wieder jede Menge Besucher erwartet. Damit erhöht sich die Gefahr von verstopften Straßen rund um Oberstdorf und Staus auf den Zufahrtswegen. Deshalb wirbt das Organisationskomitee, Gemeinde und Landratsamt dafür, Busse und Bahnen zu nutzen, um möglichst bequem und stressfrei zum Skifliegen nach Oberstdorf zu kommen.

Busse und Bahnen ermöglichen eine bequeme und stressfreie Fahrt zur Skiflug - Weltmeisterschaft vom 18. bis 21. Januar in Oberstdorf: Die Bahnen DB Regio Bayern und Alex-Länderbahn setzen zusätzlich zu den fahrplanmäßigen Zügen des Allgäu-Schwaben-Taktes Sonderzüge ein und erhöhen das Platzangebot. In den Zügen gelten auch Angebote wie „Schönes-Wochenend-Ticket“, das „Bayern- und Regio-Ticket“ sowie die Bus/Bahn-Tages und Urlaubskarten des Landkreises Oberallgäu. Die Busse der Verkehrsgemeinschaft Oberallgäu verkehren im südlichen Landkreis fahrplanmäßig. Zusätzlich gibt es Sonderbusse, insbesondere in den Abendstunden. Die Sonderfahrpläne liegen an den Bahnhöfen im Oberallgäu und Kempten aus und sind hier in den angehängten pdf-Dokumenten einsehbar.

Im Zug und Bus gültig sind die Tageskarten „Oberallgäu/Kempten“ und „Südliches Oberallgäu“. Alle Angebote erhalten Sie an den Verkaufsstellen/Automaten der Bahnen.

Zwischen dem Bahnhof Oberstdorf und der Skiflugschanze verkehren kostenfreie Pendelbusse. Oder machen Sie einen gemütlichen Spaziergang zur Skiflugschanze im Stillachtal (ca. 45 Minuten; 4,5km).
Der Fußweg ist ausgeschildert und führt durch die Fußgängerzone von Oberstdorf vorbei am Nordic Park / Winterfest über das Langlaufstadion Ried zur Skiflugschanze.

Oberstdorf und die Skiflugschanze erreichen Sie natürlich auch mit dem PKW. Die Veranstaltungsparkplätze befinden sich am Langlaufstadion im Ried. Von dort führt der Fußweg entlang der Birgsauer-Allee in 15 Minuten (1,5km) zur Skiflugschanze. Die Parkplätze sind kostenpflichtig (5 EUR/Tag). Bitte beachten Sie, dass die Pendelbusse nicht am Langlaufstadion Ried halten. Weitere kostenpflichtige Veranstaltungsparkplätze befinden sich am Ortseingang von Oberstdorf (P1/P2/P3). Von dort (Bahnhof/P3) besteht eine kostenfreie Pendelbusanbindung zur Skiflugschanze.

Bitte folgen Sie der Ausschilderung und dem Parkleitsystem!

Aufgrund begrenzter Parkflächen bittet das Organisationskomitee alle Zuschauer, möglichst auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen!

Buslinienverkehr Skifliegen2018.xls
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Sonderfahrplan Bahn
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am 15.01.2018

Althaus setzt Podiumsserie fort

Katharina Althaus gewinnt Nachtspringen 2017

Oberstdorf Katharina Althaus hat ihre Erfolgsserie im Skisprung-Weltcup der Frauen fortgesetzt

Oberstdorf Katharina Althaus hat ihre Erfolgsserie im Skisprung-Weltcup der Frauen fortgesetzt. Mit den Rängen zwei und drei gelangen der 21-jährigen Oberstdorferin im japanischen Sapporo zwei weitere starke Ergebnisse. Stärker war nur die Norwegerin Maren Lundby, die sich bei beiden Einzelspringen den Sieg holte. Lokalmatadorin Sara Takanashi unterstrich mit den Plätzen drei und zwei die Vorherrschaft der Top 3 im Frauen-Skispringen.

Text: Allgäuer Anzeigeblatt/15.01.2018

am 15.01.2018

Geiger kocht Rydzek auf der Zielgeraden ab

Vinzenz Geiger

20-Jähriger schafft mit Frenzel ersten Sieg in Kombi-Weltcup

Der Oberstdorfer Vinzenz Geiger sorgte beim Weltcup der Nordischen Kombinierer im italienischen Fleimstal für eine faustdicke Überraschung. Der 20-Jährige führte das zweite deutsche Team mit dem Oberwiesenthaler Eric Frenzel zum Sieg im Teamsprint gegen das favorisierte Duo Deutschland I mit Fabian Rießle und dem amtierenden vierfachen Weltmeister Johannes Rydzek. Geiger sorgte mit einem 131-Meter-Satz schon beim Springen dafür, dass sein Team mit einem 15-Sekunden-Vorsprung in die Loipe ging. Dort ließ er sich von seinem Vereinskameraden Rydzek lange ziehen, ehe er ihn auf der Zielgeraden überholte. Nach seinem Junioren-WM-Titel letzten Winter ist der erste Weltcup-Sieg der bislang größte Erfolg von Vinzenz Geiger. Im Einzelbewerb wurde Rydzek Vierter, Geiger Achter.

Text: Allgäuer Anzeigeblatt/15.01.2018

am 30.12.2017

Kamil Stoch gewinnt das Spektakel von Oberstdorf

Siegerpodest

Der Gesamtsieger des Vorjahres glänzt zum Tournee-Auftakt im Stadion am Schattenberg

Stefan Kraft hatte es nach dem Probedurchgang prophezeit: „Wir werden euch das Spektakel bieten, dass ihr verdient habt“. Ein restlos begeistertes Publikum im ausverkauften Stadion, das auch vom strömenden Regen in der euphorischen Stimmung nicht zu bremsen war, hatte den Österreicher zu diesem Versprechen ermutigt. Der Vorjahressieger am Schattenberg löste ein: Als Erster ging er aus dem K.O.-Durchgang in den entscheidenden Schlussbewerb, musste sich dann aber dem Polen Kamil Stoch ebenso geschlagen geben wie der große deutsche Favorit Richard Freitag. Während der Sachse mit Sprüngen auf 128,5 m und 127,0 m auf dem zweiten Platz landete, reichte es für Kraft(132,0/119,0m) nur für den undankbaren vierten Rang. Dritte wurde der Seriensieger des Sommers Dawid Kubacki (POL) (126,5m/129,0m).
Es waren schwierige Bedingungen, die das Auftaktspringen zur 66. Vierschanzentournee prägten. Dabei war es weniger der starke Regen, der den Wettkampf beeinträchtigte,sondern die wechselnden Windverhältnisse. Hauchdünn verteilt waren die Punkte nach Durchgang 1. Da lag Stefan Kraft noch in Führung, hielt Richard Freitag mit einer Weite von 132,0 m und 135, 5 Punkten noch um drei Zehntel in Schach. Dawid Kubacki, Andres Fannemel (NOR), Kamil Stoch und Markus Eisenbichler (GER) folgten im hauchdünnen Zentelbereich auf den folgenden Rängen.
Die Spannung für den Finaldurchgang war also vorprogrammiert. Im K.O-Durchgang konnten sich neben Richard Freitag auch vier weitere deutsche Springer für den zweiten Durchgang empfehlen. Karl Geiger, der nach der Qualifikation gestern auf einem aussichtsreichen 4.Rang lag, konnte die Erwartungen im Wettkampf nicht erfüllen und fand sich am Ende auf dem 22. Platz wieder. Markus Eisenbichler hielt sich mit einem 9. Platz für die folgenden drei Stationen aussichtsreich im Rennen. Andreas Wellinger, nach dem 1. Durchgang noch auf Platz 10, fiel zurück auf den 17.Platz. Stefan Leyhe war eher enttäuscht über den 24. Platz, während Youngster Constantin Schmid mit seinem Platz 28. Platz zum Tourneeeinstand zufrieden sein konnte.Pius Paschke erreichte den 2. Durchgang ebenso wenig wie Andreas Wank und David Siegel aus der Nationalen Gruppe. Martin Hamann wurde disqualifiziert wegen eines Anzugs, der nicht dem Reglement entsprach.
Richard Freitag bewahrte sich mit dem 2. Rang alle Chancen für die weiteren Tourneestationen und auf dem Gesamtsieg.„Heute war es tip-top. Beide Durchgänge waren von den Windbedingungen her schwierig. Und die Aufregung hat auch mitgespielt. Es gibt allerdings noch einiges zu arbeiten und bearbeiten und das wird jetzt erledigt“.

Zuschauermassen
Ergebnisliste Oberstdorf
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am 29.12.2017

Richard Freitag gewinnt die Qualifikation in Oberstdorf

Scheckübergabe

Vor 14 400 begeisterten Zuschauern bestärkt der Top-Favorit die Hoffnungen auf deutschen (Gesamt)sieg

Richard Freitag hat seinen ersten Auftrag erledigt. Der Top-Favorit wurde in der Qualifikation zum Auftaktspringen der Vierschanzentournee in Oberstdorf seiner Rolle als Anwärter auf den Gesamtsieg gerecht. Der Sachse ließ sich von den schwierigen Rückenwind-Bedingungen nicht irritieren und landete in der Vorentscheidung mit einem Sprung auf 130,5 m und 148,1 Punkten auf Platz 1. Auf den Rängen 2 und 3 folgten Junshiro Kobayashi (JPN); 133,0 m, 142,1 P) und Stefan Kraft (AUT); 132,5 m ; 141,9 P) Der 2000-Euro-Scheck für den Sieg in der Qualifikation, überreicht vom Oberstdorfer Tourismus-Direktor Horst Graf, hatte der Sachse somit schon mal sicher. Aber er will mehr: Morgen beim Auftaktspringen zur Tournee kann er nachlegen und die Ambitionen auf den ersten deutschen Gesamtsieg nach 16 Jahren unterstreichen.
Eine starke Leistung zeigte auch Lokalmatador Karl Geiger, der sich endlich mit seiner Hausschanze versöhnt zeigte und mit einer Weite von133, 5 m / 141,8 P Vierter wurde. Stephan Leyhe als Achter und Markus Eisenbichler auf Rang zehn erfüllten vor 14 400 begeisterten Zuschauern am Schattenberg ebenfalls die Erwartungen. Der Weltcup-Zweite Andreas Wellinger landete auf Rang 14 und David Siegel auf Rang 16. Pius Paschke beendete die Quali als 30. „Rookie“ Constantin Schmid qualifizierte sich mit Platz 44 noch vor dem erfahrenen Andreas Wank (47.) und Martin Hamann (48.) für den Wettkampf.
Die ebenfalls hoch gehandelten Norweger konnten in der Quali von Oberstdorf noch nicht restlos überzeugen. Einzig Johann Andre Forfang konnte sich als Fünfter unter die TopTen einreihen. Auch die Mitfavoriten aus Polen müssen morgen noch was draufpacken. Unter den besten zehn war lediglich David Kubacki zu finden. Vorjahressieger Kamil Stoch kam nur auf einen enttäuschenden 28. Rang. Bei den stark wechselnden Windbedingugnen war offenbar nicht mehr drin für die Favoriten.
Im Wettkampf morgen werden neun deutsche Skispringer dabei sein. Richard Freitag bekommt es mit Mackenzie Boyd-Clowes (CAN) zu tun. Martin Hamann wird es schwer haben gegen Stefan Kraft (AUT). Ein rein deutsches Match gibt es zwischen Andreas Wank und Karl Geiger. Markus Eisenbichler hat gegen Cestmir Kozisek (Cze) eine machbare Aufgabe. Andi Wellinger sollte sich gegen den Finnen Eetu Nousianen durchsetzen können, während der junge Constantin Schmid mit Peter Prevc (SLO) einen kniffligen Auftrag zu erledigen hat. David Siegel trifft auf Gregor Schlierenzauer (AUT). Pius Paschke muss in der Ausscheidung gegen Anders Fannemel (NOR) eine harte Nuss knacken.
Man darf also gespannt sein, ob am Ende des morgigen Wettkampfes zwei Jahre nach dem Erfolg von Severin Freund in Oberstdorf wieder ein Deutscher ganz oben auf dem Podest steht. Das Stadion ist restlos ausverkauft. Der Probedurchgang beginnt 15 :00 Uhr. Der 1. Wettkampfdurchgang startet um 16:30 Uhr.

Richard Freitag Sieger Quali
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Ergebnisliste Qualifikation
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am 29.12.2017

Der Geiger Zähler

Karl Geiger

Die Statistik zeigt: So stabil wie nie geht Karl Geiger in die Vierschanzentournee in Oberstdorf. Der 24-jährige Lokalmatador hat gelernt, aus Misserfolgen Kraft zu schöpfen

Die Statistik zeigt: So stabil wie nie geht Karl Geiger in die Vierschanzentournee in Oberstdorf. Der 24-jährige Lokalmatador hat gelernt, aus Misserfolgen Kraft zu schöpfen. Erfreulich ist ein Trend, wenn er nach oben geht. Karl Geiger weiß das allzu gut. Seit Jahren schon klammert sich der 24-jährige Skispringer an den Tagen zwischen Weihnachten und Silvester an den alljährlichen Fortschritt im Stile „mühsam ernährt sich das Eichhörnchen“. Und auch wenn es viele Beobachter vor dem Auftakt der 66. Vierschanzentournee in Oberstdorf nicht mehr hören können: Auch heuer ist Karl Geiger zum Tournee-Start so gut in Form wie nie zuvor. „Ich fühle mich gut, richtig im Soll“, sagt Geiger: „Ich spüre, dass ich besser bin, gefestigter. Mein Grundniveau ist allgemein höher als in den Vorjahren.“

Allen Nörglern und Kritikern des vermeintlichen ewigen Talents nimmt ein Blick auf die nackten Zahlen den Wind aus den Segeln. Denn der „Geiger-Zähler“ zeigt: Der Oberstdorfer, aktueller 14. der Weltcup-Gesamtwertung, hat mit 160 Punkten die 134 vom Vorjahr zu diesem Zeitpunkt bereits lange erreicht. 2016 hatte er nach der gesamten Saison noch 174 Punkte auf dem Konto. Im Gesamtweltcup, in der Tournee-Wertung und im Skiflug-
Weltcup war der abgelaufene Winter als jeweils Gesamt-18. sein bester. Die Platzierungen in der laufenden Saison belegen, dass Skisprung-
Fans zumindest den „stabilsten Geiger“ aller Zeiten erleben. Kaum Ausreißer nach unten Rang 18 beim Weltcup in Ruka ist das schlechteste
Saisonergebnis – wenn man überhaupt davon sprechen kann. „Ich merke, dass ich meine Leistung konstanter abrufen kann“, sagt Geiger: „Wenn man trotz einiger Patzer nicht ganz nach hinten geworfen wird, gibt das Sicherheit. Auch wenn ich mir wünschen würde, dass mal ein positiver Ausreißer kommt.“ Denn so verbessert und stabiler sich der Oberstdorfer heuer auch präsentieren mag: Die Beziehung des 24-Jährigen zur Heimschanze ist auch vor seinem sechsten Tournee-Start in Oberstdorf noch immer unvollendet. „Ich muss keinen Frieden schließen mit der Schanze oder mit Oberstdorf. Ich habe mir eingestanden, dass ich mir auf der Schanze schwertue mit meinen Voraussetzungen“, sagt Geiger, dessen beste Platzierung am Schattenberg der 26. Rang von 2015 ist. „Aber ich muss hier nichts erzwingen, wenn es nicht geht. Damit kann ich leben.“

Tatsächlich liegt hier der Knackpunkt in Geigers Entwicklung. Schon im Vorjahr hatte Ex-Bundestrainer Peter Rohwein attestiert: „Karle ist im Kopf gereift. Er wirkt allgemein freier und weiß, was er zu tun hat.“ Und schon lange ist das Bild des wortkargen, weil nach Rückschlägen verbitterten Karl Geigers, Geschichte. „Ich setze nicht mehr immer auf Ergebnisse – denn das ist oft tagesformabhängig. Man kann sich gut fühlen und auf einen Schlag läuft es dann nicht“, erklärt Geiger. „Aber wenn ich am Abend zufrieden bin, mit dem was ich abgerufen habe, bin ich glücklich.“ Aus dem hadernden „Karle“ ist ein Geiger geworden, der mit sich im Reinen ist. „Der Schädel macht oft genug sein eigenes Ding. Es geht nur darum, die Bremse zu finden, wenn es mal nicht läuft. Das habe ich gelernt“, sagt Geiger.

Neue Rolle im Hintergrund

Hinzu kommt eine Sommer-Vorbereitung mit der Nationalmannschaft, von der alle DSV-Athleten merklich profitieren. Mit dem Weltcupführenden Richard Freitag, der seit Sommer in Oberstdorf wohnt, hat Geiger zudem einen Trainingspartner, der zwar „auch nicht zaubern kann, aber es gibt mir ein gutes Gefühl, zu sehen, dass es bei ihm läuft.“ Im Ensemble einer deutschen Auswahl, die die Konkurrenz heuer das Fürchten lehrt,
hat der 24-Jährige auch nichts dagegen, in diesem Winter ein Geiger in der zweiten Reihe zu sein – im Gegenteil. „Es nimmt sogar Druck von uns, dass die beiden im Moment vorneweg springen“, sagt Karl Geiger: „Das gibt uns die Möglichkeit, uns im Hintergrund ruhig auf den Tag X vorzubereiten.“

Allgäuer Anzeigeblatt 29.12.2017

am 28.12.2017

Eröffnungsfeier im Winterwunderland

Eröffnung Vierschanzentournee

Partystimmung zum Auftakt der 66. Vierschanzentournee in Oberstdorf

Eine Eröffnungsfeier wie aus einem Winterbilderbuch genossen am Vorabend des Auftakts zur 66. Vierschanzentournee mehr als 2000 begeisterte Skisprungfans im Oberstdorfer Nordic Park. Sie alle erlebten nicht nur die besten Springer der Welt hautnah. Sie durften auch teilhaben an den Plaudereien vor dem Feuertopf, wo es neben den sportlichen Zielen auch um ganz Privates ging. So verriet Stefan Kraft, der Vorjahressieger von Oberstdorf, das Weihnachtsmenü seiner Familie. Andreas Wellinger erzählte locker über eine besondere Feiertagssünde, das „Platzerl-Essen“. Robert Johansson (NOR) war sich dagegen sicher, dass sein Schnurrbart wesentlich eleganter sei als der von Richard Freitag. Völlig entspannt und mit viel Humor präsentierten sich die Top-Athleten und deren Trainer auf der Bühne.
Die Top-Stars nutzten ihren Auftritt im Kurpark vor dem Publikum in Partystimmung für jede Menge Selfies und ließen für einen Moment vergessen, wie groß die Spannung vor dem Beginn des bedeutendsten Skisprungevents ist. Die Hoffnungen, dass die deutschen Athleten die exzellente Form der bisherigen Weltcup-Wettbewerbe bewahren, sind enorm. Richard Freitag als Träger des Gelben Trikots lässt die Skisprungfans wieder träumen vom ganz großen Erfolg, den sich Sven Hannawald im Jahr 2002 holte.
Eine besondere Auszeichnung gab es für Stefan Kraft. Helmut Hanus vom Forum Nordicum überreichte dem Österreicher den Pokal für den besten Skispringer der Vorjahressaison.
Ab morgen gilt es: Um 16.30 Uhr beginnt die Qualifikation zum Auftaktspringen der 66. Vierschanzentournee. Dort ist auch für Spätentschlossene noch Gelegenheit, die Stars des Skisprungs live zu erleben. Der Wettkampf am Samstag dagegen ist restlos ausverkauft.

am 26.12.2017

Schnauzbart der Nation

Freitag

Richard Freitag, der Weltcup-Führende, ist im Sommer nach Oberstdorf gezogen. Anfangs fühlte er sich nicht recht wohl, doch jetzt herrscht pure Vorfreude auf den Tourneestart.

Für seine Fans im Internet hat er sich extra noch einmal filmen lassen. Ein Schwenk von der im Sonnenlicht glänzenden Oberstdorfer Schattenbergschanze rüber zu seinem Auto. Da steht Richard Freitag, Schnauzbart der Nation und Deutschlands derzeitiger Vorzeige-Skispringer, und sagt ein paar einstudierte Sätze auf, um seine Fangemeinde über die Feiertage bei Laune zu halten: „So Jungs“, legt er los, obwohl er doch inzwischen genauso viele weibliche Anhänger hat, und fährt im Wörterstakkato fort: „Letzte Trainingseinheit absolviert. Jetzt geht’s ab nach Hause. Frohes Fest. Wir sehen uns zur Tournee.“ Rumms, fällt die Tür ins Schloss – und weg ist er.

Ob der 26-Jährige irgendwann auf der sechsstündigen Heimfahrt ins Erzgebirge die Weihnachtsschnulze „Driving Home for Christmas“ von Chris Rea gehört hat, ist nicht überliefert. Aber es würde zum Typ Freitag passen. Auf die Frage, was er denn seit seinem Umzug im Sommer vom sächsischen Breitenbrunn nahe der tschechischen Grenze in die südlichste Gemeinde Deutschlands nach Oberstdorf am meisten vermisse, hat Freitag so kurz vor Weihnachten eine schnelle Antwort parat: „Die Schwibbögen in den Fenstern. Dass alles beleuchtet ist. Das ist schon eine erzgebirgische Tradition.“ Deshalb fahre er über Weihnachten auch in seine 540 Kilometer entfernte Heimat.“ Freitag schiebt aber noch einen Satz hinterher, der ihm wichtig ist: „Aber ansonsten fehlt es mir an nichts in Oberstdorf.“

Er, der als Topfavorit in die Vierschanzentournee startet, ist zuletzt oft gefragt worden, ob sein Wechsel an den Trainingsstützpunkt unterm Nebelhorn ausschlaggebend für seine Leistungsexplosion sei. Bis heute findet er darauf aber keine Antwort: „Welchen Anteil mein Umzug hat, kann ich nicht beziffern. Es ist ein Schritt, der wohl richtig war.“ Vergleiche zwischen seinem bisherigen Trainingsort und dem neuen lehnt er ab. „Ich spreche da kein Für und Wider aus, sondern sage: Ich bin ein Erzgebirgler, der zur Zeit im Allgäu wohnt.“ Erst auf Nachfrage öffnet der schweigsame Sachse ein klein wenig sein Herz. Es sei anfangs schon schwierig gewesen. „Sofort habe ich mich hier nicht wohlgefühlt. Ich hatte wegen Umzugsstress und Lehrgängen aber auch zu wenig Zeit, mich da aktiv zu integrieren.“ Er habe erst wenig Lust verspürt, sich unters Volk zu mischen und traf sich nur hier und da mit seiner jüngeren Schwester Selina (16) – „zum Ratschen“ in einem Oberstdorfer Café. Auch sie startet noch für die SG Nickelhütte Aue, ist wegen der besseren Trainingsmöglichkeiten aber ebenso im Sommer ins Allgäu gezogen. Eine Wohngemeinschaft gibt’s nicht. „Nee, sie ist im Internat, ich bin in einer Wohnung“, klärt Freitag auf, der mit 550 Punkten nicht nur im Gesamtweltcup komfortabel vor Andreas Wellinger (399) führt, sondern sich an fünf Winter-Wochenenden quasi im Flug ein erkleckliches Weihnachtssalär von 55 000 Euro sicherte. Berauscht vom derzeitigen Höhenflug gewinnt er seinem Wechsel ins Allgäu doch mehrheitlich Positives ab: „Ich habe jetzt weniger lange Autofahrten, bin immer in der Nähe der A-Mannschaft und hab’ mit Christian Winkler einen Heimtrainer, mit dem ich schon sehr lange zusammenarbeite.“ Auch das Leben nach dem Training kann er mittlerweile genießen: „Ich kenn jetzt ein paar Chaoten mehr“, witzelt er.
„Und ja, man kann in Oberstdorf schon seinen Spaß haben.“ Gewandert sei er im Herbst, auch mal geradelt – und einen Lieblings-Italiener habe er auch gefunden: „Am Ende der Fußgängerzone – Pepe oder so.“

Bundestrainer Werner Schuster lobte Freitag nach seinem Erfolg in Engelberg (Schweiz) in den höchsten Tönen: „Intern ist er ein toller Orientierungsmarker und nach außen hat er unsere Sportart spitzenmäßig
präsentiert.“ Der Umzug ins Allgäu sei überfällig gewesen, Oberstdorf sei nun mal das „Epizentrum für deutsche Skispringer“. Zur bevorstehenden
Vierschanzentournee sagt Schuster: „Richi kann alle Schanzen. Aber er hat jetzt viel Zeit zum Nachdenken. Ich bin gespannt, wie er das meistert.“
Freitag macht sich darüber keinen Kopf: „Ist doch schön, wenn die erste Saisonphase so gut war und du sagen kannst: Auf geht’s, jetzt geht’s
weiter so. Da kannst du locker in den Weihnachtsbraten beißen.“

Allgäuer Anzeigeblatt, 23.12.2017

71 bis 80 von 607123456789